Archiv der Kategorie: Rezensionen

TKKG – Terror frei Haus (Folge 219)

Die Handlung:

Tim, Karl, Klößchen und Gaby werden Zeugen, wie Klößchens Nachbarin an der Tür von zwei als Paketboten verkleideten Gaunern überrumpelt wird. TKKG eilen Frau Monique van Dorten zu Hilfe. Mit ihrem plötzlichen Auftauchen schlagen sie die Verbrecher in die Flucht. Jetzt müssen die Bewohner der Millionenstadt gewarnt werden – mit diesem fiesen
Paketbotentrick dürfen die Gauner keine Chance mehr haben! Aber die findigen Verbrecher haben längst einen neuen Plan geschmiedet und diesmal sollte es ausgerechnet Klößchen treffen! Tim, Karl und Gaby ahnen nicht, dass ihr Freund in
großer Gefahr ist …(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Klappentext klingt schon mal nach einem Fall für die erwachseneren TKKGs. Organisierte Kriminelle (besonders die mit Sturmhauben und Pistolen) neigen nicht zu spaßen und Zeugen sind auch nie gern gesehen. Da wunderts mich, dass hier nur Klößchen in Gefahr sein soll und nicht auch der Rest der Bande.

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TKKG junior – Oskar in der Falle (Folge 17)

Die Handlung:

In Gabys Nachbarschaft verschwinden neuerdings Haustiere. Jedes Mal, wenn das geschieht, wird ein weißer Lieferwagen in der Siedlung gesehen. Sind die Tiere vielleicht entführt worden? Seltsam ist allerdings, dass kein Lösegeld gefordert wird. TKKG übernehmen den Fall und fischen zunächst im Trüben. Als TKKG eines Nachmittags hilflos dabei zusehen müssen, wie auch Gabys Hund Oskar entführt wird, ist es höchste Zeit, die skrupellosen Tierfänger dingfest zu machen. Doch wo steckt Oskar nur? Und wie finden sie die Täter? Mit Mut und Köpfchen geraten TKKG schließlich auf die richtige Fährte.
(Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Na das ist doch mal ein ausführlicher Klappentext. Was mich dabei allerdings stutzig macht: Wenn wiederholt ein weißer Lieferwagen gesehen wird … sogar von der TKKG-Bande … wieso hat noch keiner das Kennzeichen aufgeschrieben? Oder hatte der Wagen keins oder wars abgeklebt? Mal hören, was der Autor dieses Falles zu der Frage zu sagen hat …

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E. D. – Evasduft. Erotischer Roman

O là là! Odor di femina

Die wirklich aufregenden Genüsse sucht und findet der Kenner bei den Frauen und Mädchen auf dem Lande. – Auf seinem großen Landgut im südlichen Frankreich sucht der Held des Buches, des Großstadtraffinements müde, neue Liebesabenteuer in den Armen draller Landmädchen und Bäuerinnen. Bei ihnen findet er den wahren „Evasduft“, den „Geruch, der mit dem Geschlecht des Weibes untrennbar verbunden“ ist.

Für einen Louisdor sind die Frauen und Mädchen ihrem gnädigen Herrn froh zu Diensten: die erfahrene Pächtersfrau Colette, der feurige Rotkopf Janine, und die hübsche Marianne (Janine und Marianne treiben es auch miteinander), die noch unschuldige Susanne und Madelon, die Verlobte eines Knechts aus dem Nachbardorf. Sie alle kommen dem Gebieter gern entgegen: und da die Frauen auf dem Lande keine Hosen tragen, macht man auch keine Umstände – man hebt einfach die Röcke…

Aber da sind auch noch die Baronin Hermine von K. mit ihrem Windhund Mirza und die durchtriebene Zofe Graziosa. Das Trio begeht geradezu Tollheiten. (Verlagsinfo)…
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Die drei ??? und der seltsame Kalender (2022)

Der Verlag meint:

Die drei ??? übernehmen jeden Fall. Dieser Abreißkalender sorgt für die tägliche Dosis Kult, die jeder „Die drei ???“-Fan braucht. Witzige, skurrile oder einfach interessante Fakten erweitern das Fanwissen. Zitate aus den über 200 Bänden und 10 Rätselkategorien führen mit Spaß und Spannung durch das Jahr. Der coolste Spruch ziert dann nach Ablauf des Tages die Pinwand oder den WG-Kühlschrank. Ideal zum Verschenken!

Mein Eindruck:

Auch wenn der Vorgänger-Kalender für dieses Jahr der Drei ??? jeden Morgen meinen Tag einläutet und ich nicht auf die Prozedur des täglichen Abreißens verzichen möchte, so haben mir einige Sachen nicht wirklich gefallen. Siehe dazu meine Rezi vom letzten Jahr: http://buchwurm.org/die-drei-und-der-seltsame-kalender-2021/

Same procedure as last year oder gibts Veränderungen an Design und Inhalt?

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Steven Brust – Athyra. Fantasyroman

Fantasy für Denker: Zauberer auf dem Lande

Vlad Taltos, einst ein gefürchteter Draufgänger und Messerheld, ist auf der Flucht vor seinen Mördern. Vergebens. Von einer Übermacht bedrängt, gelingt ihm in letzter Sekunde der rettende Teleport. Doch sein Kontrahent Loraan, der als Untoter noch zaubermächtiger von den Pfaden des Todes zurückgekehrt ist (siehe die Bände „Jhereg“, „Taltos“ und „Yendi“), weiß inzwischen, wo Vlad sich verbirgt. Dieser allerdings war trotz seiner Wunden nicht untätig. Denn es gibt einen Weg und ein Mittel, den Zauberer zu vernichten. Doch sein einziger Helfer ist ein Junge, schwach und verängstigt. Wird er im entscheidenden Moment Loraan standhalten können?

_Hintergrund_

Auf der Welt Dragaera ging bislang in der Stadt Adrilankha unser Held Vlad Taltos (sprich: taltosch) seinem Beruf nach: Er war ein erstklassiger Auftragskiller. Adrilankha ist eine Art ernsthafte Version von Terry Pratchetts Ankh-Morpork: komplett mit Diebes- und Mördergilden, Kaufleuten, Schenken und Bordellen. Vlad hat sein Büro in der Altstadt, von wo er seinen eigenen Bezirk verwaltet, Schutzgelder abkassieren lässt und Konkurrenz aus dem Weg räumt.

Als hilfreich hat sich sein Vertrauter erwiesen: Loiosh ist ein Flugdrache der Spezies Jhereg. Ähnlich wie Anne McCaffreys Feuerechsen auf dem Planeten Pern, kann Loiosh fliegen, mit seinem Herrn Gedanken austauschen und giftige Bisse austeilen. Loiosh hat seit kurzem eine Partnerin: Rosza.

Auf der uralten Welt Dragaera stellen die Menschen („Ostländer“) wie Vlad Taltos eine Minderheit dar; angeblich kamen sie aus dem Ostreich in das Reich der Nichtmenschen, die so etwas wie kriegerische Elfen sind. Diese Dragaeraner sind in exakt 17 Häuser oder Clans aufgespalten, so etwa Dragons und Hawks …

Definition: ATHYRA – das Haus der MAGIE. Eulenartige Vögel. Senden telepathische Signale aus, die ihre Beute anlocken oder Menschen in Furcht versetzen.

Der Jhereg-Clan, der Vlad aufgenommen hat, ist ein Bastard-Clan und steht außerhalb der Clan-Hierarchie. Die Dragons bilden die Spitze, sie gehorchen nur der Imperatorin. Hochnäsig schauen sie auf die Jhereg-Mitglieder herab, mit einer Ausnahme: Seit seinen Heldentaten in „Jhereg“ hat Vladimir Taltos einen großen Stein im Brett des Dragon-Clans e’Kieron, namentlich bei der zauberischen Aliera und ihrem Verwandten, Morrolan, der über das furchterregendste Schwert auf ganz Dragaera verfügt: „Schwarzstab“ frisst Seelen. Wiederbelebung ausgeschlossen.

_Handlung_

In einer sehr friedlichen Ecke des dragaeranischen Reiches lebt ein friedliches Völkchen sehr langlebiger Flachsbauern. Sie können durchaus mehrere hundert Jahre alt werden, doch Savn ist erst achtzig und somit noch ein junger Hüpfer. Er lebt im Hause seiner Eltern und erträgt seine ständig plappernde Schwester Polyi mit Gleichmut. Lieber denkt er an die Lehren, die ihm sein Lehrmeister Wack erteilt, denn der ist Medikus und weiß alle möglichen interessanten Sachen. Außerdem hat Savn bei Wack das Lesen gelernt und wirft ab und zu einen Blick in die Bücher des Arztes. Sie handeln unter anderem von Zauberei und Philosophie.

Eines Tages kehrt Savn nach Hause zurück und begegnet auf der Landstraße einem Fremden. Der stellt sich als Vlad vor, sei Ostländer und komme aus dem Süden. Savn zeigt ihm freundlich, bei wem er ein Quartier bekommen kann. Am nächsten Tag findet man eine Leiche. Das passiert im Dorf Kleinklippe nicht jeden Tag, nicht einmal in Großklippe, und so gibt es mächtig Aufsehen.

Es ist Zaum, der da mausetot auf der Dorfstraße liegt, ein Lieferant und Fuhrmann. Wack leitet seinen Lehrling an, wie man eine Leiche untersucht, und Savn wird ganz grün im Gesicht. An Zaums Körper findet sich keine einzige Wunde, und nur am Hinterkopf sind ein paar Blutflecke zu sehen. Doch als sich Zaum diese Wunde beim Sturz gegen seinen Wagen zuzog, muss er schon tot gewesen sein. Aber wodurch? Ein Rätsel.

Unfachmännische Lösungen von Rätseln haben die Tendenz, stets die Falschen zu treffen, und so gerät auch Vlad alsbald ins Visier von Verdächtigungen, schließlich trägt er als einziger ein Schwert – also?! (Dass Schwertwunden fehlen, macht den Verdächtigern nichts aus.) Doch Savn hält zu ihm und erfährt einige Dinge über Zauberer und Hexer. Das ist beileibe nicht dasselbe. Vlad kannte den Toten, Zaum, und hat einen Verdacht, der den Baron von Kleinklippe betrifft. Erstaunlich, dass der alte Loraan immer noch lebt. Er hätte schon den Weg alles Sterblichen gehen müssen. Aber schließlich ist Loraan ein Zauberer.

Savn zeigt Vlad einen „Ort der Kraft“: eine tiefe Höhle. Hier hätte Loraan die Kraft eines Untoten gewinnen können, meint Vlad, enthüllt aber nicht, wie er das meint. Dem neugierigen Savn bringt er bei, sich auf telepathische Weise mit ihm, Vlad, zu verständigen. Das wird sich noch als sehr nützlich erweisen. Unterdessen suchen Vlads zwei Jheregs Loiosh und Rosza nach dem Zauberer. Auch sie kommunizieren auf telepathische Weise.

Denn Loraan, so zeigt sich im Laufe der Ereignisse, hat sich mit Vlads Verfolgern zusammengetan. Bevor Vlad fliehen kann, tauchen sieben schwer bewaffnete Krieger auf, Soldaten Loraans. Vlads Verteidigungskräfte reichen nicht ganz aus, und so muss er sich der Übermacht durch Teleportation entziehen. Allerdings ist er zu stark verwundet, um sich selbst heilen zu können. Seine letzte Hoffnung liegt in Savns medizinischen Fähigkeiten. Doch wie soll Savn ihn nach dem Teleport finden?

_Mein Eindruck_

Man muss die eingangs angeführten drei Romane nicht unbedingt kennen, um diesen Band zu genießen, aber es hilft. Denn der Unterschied ist ziemlich deutlich. Ist Vlad Taltos dort ein tatkräftiger Attentäter, der sich seiner Haut zu wehren weiß, so präsentiert er sich in „Athyra“ die meiste Zeit als Flüchtling und Invalide, was nicht besonders viele Aktivität zulässt, wie sich denken lässt.

|Vlad als Fremder|

Da das Geschehen komplett aus der Perspektive von Savn erzählt wird, erscheint uns Vlad diesmal quasi als Außenstehender: ein Fremdkörper, ein verdächtiger Eindringling, ja, möglicherweise nicht einmal ein Mensch – schließlich ist er kein Dragaeraner, sondern ein Ostländer. Und wer weiß, was in deren Köpfen vor sich geht? Savns Schwester Polyi vertritt die Seite der vorurteilsreichen Einheimischen, die den Eindringling suchen und am liebsten umbringen würden. Schließlich hat er ja drei der Soldaten des Herrn Baron getötet, oder? Wenn sich Savn auf Vlads Seite stellt und ihm hilft, gerät er automatisch in die Schusslinie. Prügel setzt es schon mal als Warnung.

|Emanzipation|

Doch Prügel schrecken Savn nicht ab. Die Begegnung mit Vlad und dessen Ansichten hat in Svans Geist ein Tür geöffnet, die ihm Ausblicke auf andere, entfernte Gefilde gewährt – nicht nur andere Gegenden, sondern auch neue Ideen. Und die Methoden seines Lehrmeisters Wack, der auf wissenschaftliche Beobachtung vertraut, tun ein Übriges, um Savn zu einer Person zu machen, die nicht dem Augenschein traut, sondern sich ihr eigenes Urteil bilden will.

|Das Problem der Erkenntnis|

Doch der achtzigjährige Junge befindet sich im gleichen Dilemma, dem sich jeder Kriminalist gegenübersieht: Wie soll man wissen, was man glauben soll? Jeder, den er fragt, behauptet etwas anderes. Sogar Lehrmeister Wack ist kein reiner Wissenschaftler, der experimentiert, sondern auch er fantasiert von „Fieberkobolden“ und singt so etwas wie schamanistische Lieder, um den Patienten zu beruhigen und zu heilen. Der Medikus ist keine große Hilfe beim Herausfinden der Wahrheit: Hat Vlad die drei Soldaten absichtlich getötet – oder war es wirklich Notwehr, wie Vlad behauptet?

Diese zentrale Frage muss Savn erst beantworten, bevor er entscheiden kann, ob er Vlad dabei hilft, sein erklärtes Ziel zu erreichen: den Baron von Kleinklippe zu töten. Das ist keine kleine Sache, wie sich jeder denken kann. Schon immer gab es auf Kleinklippe einen Baron und schon immer haben die Dörfler ihn sich den besten Teil der Flachsernte nehmen lassen. Die Herrschaft des Barons ist praktisch von den Göttern gegeben. Wie kann Savn es da zulassen, dass der Baron getötet wird, noch dazu von einem fremden Ostländer?

|Handeln oder untergehen|

Der Junge hat jedoch ein phänomenales Gedächtnis. Und mit diesem schlägt er Vlad mit seinen eigenen Waffen. Er beweist, dass Vlad kein Deut besser ist als dessen Gegner Loraan oder als dessen Verbündeter, der Assassine Isztvan. Dieser will Vlad mit einer Morganti-Waffe töten, so dass eine Wiederbelebung Vlads ausgeschlossen ist. Das bedeutet, dass Vlads Existenz in höchster Gefahr schwebt: Die Konfrontation mit Loraan und seinem Helfer wird auf jeden Fall die einzige und entscheidende sein. Zum Glück hat Vlad ein paar Tricks auf Lager.

Da hat Savn die rettende Idee, um alle Zweifel auszuräumen: Warum fragt er nicht einfach Loraan selbst, was Sache ist? Dass diese Idee nicht so glorreich ist, wie er zunächst dachte, findet Savn bald heraus, als er in das Herrschaftshaus des Barons gebeten wird. Er gerät vom Regen in die Traufe.

_Unterm Strich_

Actionfreunde kommen hier nicht auf ihre Kosten. Im Gegenteil: Hier wird sehr viel geredet. Der Kampf mit den sieben Soldaten des Barons stellt quasi nur eine Ablenkung vom Reden dar. Doch das Reden ist natürlich kein Selbstzweck, sondern dient der Erkenntnis. Wir können mitverfolgen, wie sich die Geisteshaltung der Hauptfigur, nämlich Savns, verändert und ihn von einem ahnungslosen naiven Dörfler zu einem ebenbürtigen Diskussionsgegner Vlads macht. Das ist ziemlich erstaunlich. Andererseits ist es absolut notwendig, dass diese Wandlung erfolgt, denn nur so kann am Schluss Savn als glaubwürdiger Helfer Vlads und Kontrahent Loraans auftreten. Im Gleichgewicht der Kräfte der beiden Zauberer stellt er das Zünglein an der Waage dar.

Ich konnte den Roman wie alle Taltos-Bände zuvor in zwei Tagen lesen. Doch die Einfachheit der Sprache sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es um ein wichtiges Thema geht, das sich nur in zahlreichen Dialogen realisieren und darstellen lässt: Wie können wir wissen, was wir glauben sollen? Savn hat einen Weg gefunden: Sein Gedächtnis hilft ihm, Aussagen zu vergleichen und Widersprüche aufzudecken. In unserer Welt müssten hierfür die Presse und die Geschichtswissenschaft entsprechend einspringen – mit Erfolg?

Savn erkennt, wie schändlich ihn Vlad missbraucht und benutzt hat. Er emanzipiert sich bei diesem Vorgang der Aufklärung aus den Fesseln von Vorurteil und Täuschung. Zu diesen Vorurteilen gehört ganz klar auch Rassismus. „Athyra“ ist eines der seltenen Fantasy-Werke, in denen der Rassismus ziemlich deutlich dargestellt und einer kritischen Betrachtung unterzogen wird.

Am Ende des Showdowns trägt Savn schwere seelische Verletzungen davon; er ist traumatisiert. Vlad nimmt ehrenvollerweise die Aufgabe auf sich, die Seele seines Freundes zu heilen. Er hat einiges wiedergutzumachen. Der Autor hebt niemals den Zeigefinger, sondern behält stets die Figuren im Vordergrund. Umso überzeugender und fesselnder ist ihm seine Geschichte geraten. Wer sich nicht an langen Dialogen stört, sondern im Geiste daran teilnimmt, wird wesentlich mehr von diesem – auch optisch – schönen Buch haben. Die Übersetzung ist einwandfrei gelungen.

|Die Motti|

Jedem der 17 Kapitel ist der Vers eines langen lustigen Liedes vorangestellt, das Savn einmal mit Polyi singt. Es handelt von einer jungen Frau, die praktisch sämtliche Männer, die in Frage kommen, als Freier ablehnt. Dazu gehören der Schweinebauer, der Soldat, der Edelmann, der Koch und viele, viele andere. Wen sie dann am Schluss erwählt, soll hier nicht verraten werden, aber es ist sehr ironisch.

|Look & Feel|

Die Cover-Art der |Klett-Cotta|-Reihe mit Steven-Brust-Romanen weist einen eigenen Stil auf. Der monochrome Hintergrund zeigt einen Jungen mit einem starren Blick – ähnlich wie der traumatisierte Savn. Doch im Vordergrund schwebt ein hochgereckter Dolch mit gewellter Klinge. Es ist die Morgantiwaffe, die für Vlad bestimmt ist. Aber natürlich ebenso gut Savn treffen könnte.

_Der Autor und seine Werke_

1955 in Minneapolis geboren, ist Steven Karl Zoltán Brust schon Programmierer, Drummer in einer Reggae-Band, Schauspieler und Gitarrist in verschiedenen Bands gewesen. Er liebt vor allem zwei Dinge: die Küche seiner ungarischen Vorfahren und den Kampfsport – zumindest Letzteres merkt man seinem Buch an.

Er ist ein Mitglied der wichtigen Schriftstellergemeinschaft der „Scribblies“, die 1980 in Minneapolis gegründet wurde. Ihr gehören bekannte AutoInnen wie Emma Pull, Patricia Wrede und vor allem Kara Dalkey (die bei |Knaur| veröffentlicht wurde) an. Sie schreiben, was sie gerne selbst lesen würde. Dazu gehört besonders zeitgenössische und urbane Fantasy. Bull und Shetterly edierten die Romane, die auf der Shared-World Liavek spielen. Viele Scribblies-Mitglieder gehören der Bewegung der Pre-Joycean Fellowship (PJF) an. Sie unterstützen Literatur, wie sie vor James Joyce geschrieben wurde. Sie sind somit anti-modernistisch (aber modern) und anti-elitär, außerdem meist humorvoll.

In den USA ist Brust bisher durch neunzehn Romane und eine Soloplatte bekannt geworden. Seine Bücher werden immer wieder neu aufgelegt. Mit „Jhereg“ erschien 1983 der Startband eines ganzen Zyklus um den Antihelden Vlad Taltos. Zu diesem gehören folgende Werke:

Jhereg (1983), Yendi (1984), Teckla (1986) – zusammengefasst als „Taltos the Assassin“ (1991);

Taltos (1988; auch „Taltos and the Paths of the Dead“, 1991), Phoenix (1988) und Athyra (1991).

Verwandt ist die „Khaavren“-Sequenz, die sozusagen historische Romane à la A. Dumas umfasst, die auf Dragaera spielen: The Phoenix Guard (1991), Five Hundred Years After (1994) und The Viscount of Adrilankha (ca. 1996). „Brokedown Palace“ (1986) enthält ebenfalls verwandtes Material.

Bei |Klett-Cotta| erschienen die Bücher in folgender Reihenfolge: „Jhereg“ (2002), „Taltos“ (2002), „Yendi“ (2003), „Teckla“ (2003), „Phönix“ (2004), „Athyra“ (2005).

Weitere Werke Steven Brusts:

– To Reign in Hell (1984): Jehova als politischer Intrigant, der seine gleichberechtigten Kollegen verstoßen hat, die nun in der Hölle herrschen;
– Agyar (1993): Vampir-Roman mit einer Hauptfigur, die sich weigert, über ihren Zustand zu sprechen;
– Gypsy (mit Megan Lindholm/Robin Hobb, 1992): Zigeunerfolklore;
– The Sun, the Moon, an the Stars (1987): Nacherzählung eines Märchens;
– Cowboy Feng’s Space Bar & Grille (1990); Science-Fiction-Parodie.

Brust, Steven – Phönix. Fantasyroman

_Unterhaltsam: James Bond in der Fantasywelt_

Ein Königsmord, den Vlad Taltos begeht, löst einen Krieg aus, doch das ist noch gar nichts gegen das, was seine Frau Cawti anstellt: Sie führt die Revolution in der Hauptstadt an. Vlad würde gerne etwas unternehmen, um sie wieder aus dem Gefängnis zu holen, aber dummerweise hat jemand einen Preis auf seinen Kopf ausgesetzt. Doch wer steckt dahinter?

_Hintergrund_

Auf der Welt Dragaera geht in der Stadt Adrilankha unser Held Vlad Taltos (sprich: taltosch) seinem Beruf nach: Er ist ein erstklassiger Auftragskiller. Adrilankha ist eine Art ernsthafte Version von Terry Pratchetts Ankh-Morpork: komplett mit Diebes- und Mördergilden, Kaufleuten, Schenken und Bordellen. Vlad hat sein Büro in der Altstadt, von wo er seinen eigenen Bezirk verwaltet, Schutzgelder abkassieren lässt und Konkurrenz aus dem Weg räumt.

Als hilfreich hat sich sein Vertrauter erwiesen: Loiosh ist ein Flugdrache der Spezies Jhereg. Ähnlich wie Anne McCaffreys Feuerechsen auf dem Planeten Pern kann Loiosh fliegen, mit seinem Herrn Gedanken übertragen und giftige Bisse austeilen.

Auf der uralten Welt Dragaera stellen die Menschen („Ostländer“) wie Vlad Taltos eine Minderheit dar; angeblich kamen sie aus dem Ostreich in das Reich der Nichtmenschen, die so etwas wie kriegerische Elfen sind. Diese Dragaeraner sind in exakt 17 Häuser oder Clans aufgespalten, so etwa Dragons und Hawks. Der Jhereg-Clan, der Vlad aufgenommen hat, ist ein Bastard-Clan und steht außerhalb der Clan-Hierarchie.

Die Dragons bilden die Spitze, sie gehorchen nur der Imperatorin. Hochnäsig schauen sie auf die Jhereg-Mitglieder herab, mit einer Ausnahme: Seit seinen Heldentaten in „Jhereg“ hat Vladimir Taltos einen großen Stein im Brett des Dragon-Clans e’Kieron, namentlich bei der zauberischen Aliera und ihrem Verwandten, Morrolan, der über das furchterregendste Schwert auf ganz Dragaera verfügt: „Schwarzstab“ frisst Seelen. Wiederbelebung ausgeschlossen.

Ach ja: Endlich erfahren wir auch etwas über die Götter. Sie sind an allem schuld.

_Handlung_

Vladimir Taltos ist ein erfolgreicher Auftragskiller in der „Organisation“. Im Vorgängerband „Teckla“ ist ihm ein beträchtlicher Gebietszuwachs gelungen: Ihm unterstehen nun Süd-Adrilankha und somit die Arbeiter- und Elendsviertel der Hauptstadt der Dragaeraner. Allerdings hat sich damit auch eine Menge Ärger eingehandelt, wie sich nicht erst jetzt zeigt.

Denn wie schon in „Teckla“ kommt es in diesem Viertel des Proletariats zu Aufständen, die von Revolutionären geschürt werden. Eine von ihnen ist Cawti, Vlads Frau, ebenfalls eine Attentäterin. Da aber Unruhen schlecht fürs Geschäft sind, gerät Vlad immer wieder mit Cawti aneinander. Um die Zukunft seiner Ehe steht es nicht sonderlich gut. Sein Job macht ihm keinen Spaß mehr.

Deshalb ist er relativ froh über die Abwechslung, die sein neuester Auftrag mit sich bringt. „Ich sandte ein Gebet an [meine Schutzpatronin] Verra, die Dämonengöttin, und bereitete mich darauf vor, meinen Angreifern gegenüberzutreten. Dann passierte etwas Ungewöhnliches. Mein Gebet wurde erhört.“

Verra erteilt Vlad den Auftrag, einen König zu töten. Nicht irgendeinen, sondern den von Grünwehr, einem benachbarten Inselreich. Einer Göttin kann man bekanntlich einen Wunsch nicht so leicht abschlagen, und so setzt Vlad auf die Insel über, wo der König in einem stattlichen Dorfhaus wohnt. Der Haken an dem Auftrag ist der, dass hier keine Magie funktioniert. Vlad erfährt erst später, dass der so genannte Phönixstein, aus dem die halbe Insel besteht, jede Magie, die das Imperium bereitstellt, unwirksam macht.

Dieser Umstand macht auch die Befreiung Vlads so schwierig, nachdem er erfolgreich den Auftrag ausgeführt hat, dann aber bei einem geheimnisvollen Trommler seinen Häschern in die Hände gefallen ist. Die Verhörmethoden der Grünwehrer sind einfach lachhaft. Sie hatten noch nie mit einem Attentäter zu tun. Im Knast bringt der miteingefangene Trommler, er heißt Aibynn, Vlad gerne das Trommeln bei. Erst als es Loiosh gelingt, Vlads Freunde und Frau zu verständigen, gelingt die Befreiung, mit prä-imperialer Magie.

Die Grünwehrer lassen aber die Schande nicht auf sich sitzen und erklären dem Imperium den Krieg. Sie bereiten eine Invasion vor. Folglich braucht die Imperatorin, die hübsche Zerika, neue Truppen, und sie lässt ihre so genannten „Presspatrouillen“ besonders in Süd-Adrilankha Männer zwangsverpflichten. Dass das böses Blut erzeugt, ist klar, und Cawti trägt ihren Teil dazu bei. Schon bald sitzt auch sie im Knast. Vlad muss bei der Imperatorin vorsprechen, um sie herauszuholen.

Doch Aufruhr und Krieg sind ganz schlecht fürs „Geschäft“, findet die „Organisation“ (lies: Mafia). Sie stellt Vlad ein Ultimatum: Entweder er bringt Cawti dazu, mit dem Aufstand aufzuhören, oder er wird „außer Dienst gestellt“. Vlad versucht herauszufinden, wer für den Mordauftrag gegen ihn verantwortlich ist. Damit sticht er aber in ein imperiales Wespennest.

Zum Glück fällt ihm ein raffinierter Plan ein, um sämtliche Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Doch der Plan wird nur gelingen, wenn alle seine Freunde mithelfen. Und wenn auch die Grünwehrer mitspielen. Wogegen es wohl einige Widerstände geben dürfte.

_Mein Eindruck_

Ich habe auch dieses Taltos-Abenteuer in nur zwei Tagen verschlungen. Ich bin ja schon seit Beginn der Serie ein Fan des unkonventionellen „Hauptdarstellers“: ein James Bond in einer Fantasywelt, wenn auch ohne die obligatorischen Bond-Girls, das ist genügend Stoff für unterhaltsame Lektüreabende. Die Bindungen, die er an seine Frau Cawti entwickelt hat (sie rettete ihm einmal das Leben), lassen ihn wesentlich verantwortungsbewusster und zielstrebiger, mitunter sogar dickschädeliger handeln als seinen Film-Kollegen. Seine Sturheit, die sich auch als Loyalität zu Cawti interpretieren lässt, beeindruckt selbst die Imperatorin.

|Überraschungen und andere göttliche Momente|

Der Mann versteht zweifellos sein Handwerk, das des fachgerechten und effizienten Tötens. Dennoch gibt es immer wieder ein paar Dinge, die ihn aus dem Konzept bringen. Diese Dinge tragen in der Regel zur Erzeugung von Ironie und der Erheiterung des Lesers bei. Da wäre einmal das erhörte Gebet. Damit beginnen die ganzen Malessen, mit denen sich Vlad in der Folge herumschlagen muss. So ein göttlicher Mordauftrag, sollte Vlad wohl annehmen, dürfte seine Gründe haben. Wie sich hinterher im Gespräch mit der Göttin selbst erweist, hat aber auch sie die Folgen nicht so ganz durchdacht und ein paar Umstände übersehen. Merke: Götter sind weder allwissend noch allmächtig, sondern einfach nur personifizierte Mächte.

Dass Götter wie jene in der Antike auch Kinder haben können, verwundert im Grunde nicht. Doch als Vlad erfährt, dass seine gute Bekannte Aliera, die mit dem Morganti-Schwert, die Tochter von Göttin Verra ist, fällt er glatt aus allen Wolken. Er kann es Aliera heimzahlen, indem er ihr von ihrer Tochter Devera erzählt – die sie zu diesem Zeitpunkt AUF DER ERDE noch gar nicht hat, wohl aber in der göttlichen Dimension (wo immer das auch ist). Nun ist die Reihe an Aliera, überrascht zu sein.

Ein weiteres Joker-Element in der Handlung stellt der schweigsame Trommler Aibynn dar. Er musste zusammen mit Vlad von Grünwehr flüchten. Vlad hat ein ziemlich zweispältiges Verhältnis zu ihm. Vlad hatte sich in einem Baum vor Aibynns Hütte vor seinen Verfolgern versteckt, doch der „Traumgras“-Rauch benebelte ihn derart, dass er zu Boden stürzte – womit seine Schwierigkeiten anfingen. Ob Aibynn nicht auch noch ein Spion der Grünwehrer ist, ist Vlad die meiste Zeit nicht klar. Als Aibynn schließlich auch vor der Imperatorin trommeln darf, befürchtet Vlad daher ein Attentat. Sein Einschreiten rührt die Imperatorin; er hat bei ihr einen Stein im Brett. Als Pointe kommt dann schließlich die Szene, in der es Aibynn gelingt, nur mit Trommeln die Dimension zu wechseln. Für dieses Teleportieren brauchen die Leute von Dragaera immer die Magie, und hinterher ist ihnen schlecht. Aibynn zeigt Vlad, dass es auch anders geht, und ohne Nebenwirkungen. Ein ironischer Kommentar auf die ach so hoch geschätzte Macht der Magie.

|Lektüreerlebnis|

Nach einem spannenden Auftakt auf der magielosen Insel Grünwehr beschäftigt sich Vlad erst einmal mit alles anderem als toten Königen. Ich fragte mich, wohin das führen sollte. Doch Vlads Recherchen nach dem Verantwortlichen für den Mordauftrag gegen ihn gleichen einer Stufenleiter, die bis zur höchsten Instanz führt. Sein Kampf für die Freiheit seiner Frau ist eng damit verknüpft, denn die „Organisation“ macht ihn für Cawtis Verhalten haftbar. Dadurch gerät er jedoch mitten in das blutigste Massaker der „Revolution“, an das er sich später nur bruchstückhaft erinnern kann. Uns bleibt also das Schlimmste erspart.

[SPOILER!]

Wie sich das für ein gut geschriebenes Buch gehört, führt die Handlung wieder zurück zum Ausgangspunkt, um ein paar lose Fäden zu beseitigen: ein genialer Showdown beim neuen König von Grünwehr ist die Folge. Dass Vlad dafür vom Imperium belohnt wird, fasst er selbst als lästig auf und setzt der Ironie wirklich die Krone auf. Er wollte eigentlich nur ein gewöhnlicher Attentäter bleiben, nun jedoch macht ihn die Imperatorin zu so etwas wie einem Ritter, als wäre er einer von diesen hochnäsigen Dragaeranern. Also wirklich!

_Unterm Strich_

Freunde von Action-Fantasy kommen hier durchaus auf ihre Kosten, dürfen aber keine Einheitskost à la Conan erwarten. Allenfalls eine so witzige Fantasyreihe wie die um Fafhrd und den Grauen Mauser, geschrieben von Fritz Leiber Mitte des 20. Jahrhunderts, könnte Brusts Romanen das Wasser reichen, was Witz, Action und Ironie anbelangt.

Brusts fiktionale Welt ist vielschichtig, besser ausgetüftelt als die übliche Sword & Sorcery und viel enger unserer eigenen Welt verwandt. Zudem spielen hier aktive Frauen eine sehr bedeutende Rolle und tragen wesentlich zur Unvorhersehbarkeit ders Handlungsverlaufs bei. Ganz abgesehen von den romantisch-sinnlichen Aspekten, die ihre Präsenz mit sich bringt. Cawti beispielsweise hat nicht nur einiges in der Bluse, sondern auch noch einen spitzen Dolch im Gewande. Diesmal kommen die Göttin Verra, ihre Tochter sowie die Imperatorin hinzu – eine Menge mächtige Weiblichkeit, mit der sich Vlad auseinandersetzen muss.

Wahrscheinlich sind noch einige wertvolle Einsichten über grundlegende Dinge wie Liebe und Hass sowie die Wechselwirkungen von Machtanwendung in dem Buch verborgen, doch diese Dinge auszugraben, überlasse ich Leuten mit mehr Geduld. Ich fand jedenfalls „Phönix“ eine recht kurzweilige Lektüre, die dem Leser durch unkonventionellen Handlungsverlauf und ungewöhnlich gezeichnete Charaktere stets ein hohes Maß an Aufmerksamkeit abverlangt. Die vielen ironischen und lakonischen Dialoge haben sicher auch dazu beigetragen, dass das Buch schnell gelesen war.

|Look & Feel|

Die Cover-Art der |Klett-Cotta|-Reihe mit Steven-Brust-Romanen weist einen eigenen Stil auf. „Phönix“ zeigt vor dem Hintergrund, in dem einen grünen Jhereg-Flugdrachen zu sehen ist, einen golden Brocken Stein. Der sieht zwar aus wie Pyrit („Katzengold“), soll aber wohl den im Buch erwähnten Phönixstein darstellen. Dieser wehrt Zauberei ab und scheint weitere erstaunliche Eigenschaften zu besitzen.

_Der Autor_

1955 in Minneapolis geboren, ist Steven Karl Zoltán Brust schon Programmierer, Drummer in einer Reggae-Band, Schauspieler und Gitarrist in verschiedenen Bands gewesen. Er liebt vor allem zwei Dinge: die Küche seiner ungarischen Vorfahren und den Kampfsport – zumindest Letzteres merkt man seinem Buch an.

Er ist ein Mitglied der wichtigen Schriftstellergemeinschaft der „Scribblies“, die 1980 in Minneapolis gegründet wurde. Ihr gehören bekannte AutoInnen wie Emma Pull, Patricia Wrede und vor allem Kara Dalkey (die bei |Knaur| veröffentlicht wurde) an. Sie schreiben, was sie gerne selbst lesen würde. Dazu gehört besonders zeitgenössische und urbane Fantasy. Bull und Shetterly edierten die Romane, die auf der Shared-World Liavek spielen. Viele Scribblies-Mitglieder gehören der Bewegung der Pre-Joycean Fellowship (PJF) an. Sie unterstützen Literatur, wie sie vor James Joyce geschrieben wurde. Sie sind somit anti-modernistisch (aber modern) und anti-elitär, außerdem meist humorvoll.

In den USA ist Brust bisher durch neunzehn Romane und eine Soloplatte bekannt geworden. Seine Bücher werden immer wieder neu aufgelegt. Mit „Jhereg“ erschien 1983 der Startband eines ganzen Zyklus um den Antihelden Vlad Taltos. Zu diesem gehören folgende Werke:

Jhereg (1983), Yendi (1984), Teckla (1986) – zusammengefasst als „Taltos the Assassin“ (1991);

Taltos (1988; auch „Taltos and the Paths of the Dead“, 1991), Phoenix (1988) und Athyra (1991).

Verwandt ist die „Khaavren“-Sequenz, die sozusagen historische Romane à la A. Dumas umfasst, die auf Dragaera spielen: The Phoenix Guard (1991), Five Hundred Years After (1994) und The Viscount of Adrilankha (ca. 1996). „Brokedown Palace“ (1986) enthält ebenfalls verwandtes Material.

Bei |Klett-Cotta| erschienen die Bücher in folgender Reihenfolge: „Jhereg“ (2002), „Taltos“ (2002), „Yendi“ (2003), „Teckla“ (2003), „Phönix“ (2004), „Athyra“ (2005).

Homepage des Autors: http://www.dreamcafe.com/

James Patterson & Liza Marklund – The Postcard Killers / Letzter Gruß

Rom – Berlin – Stockholm … Ein kaltblütiges Killergespann mordet in europäischen Großstädten. Sie arrangieren die Leichen kunstvoll und brüsten sich mit ihrer Tat, indem sie Postkarten an ausgewählte Journalisten schicken. In Stockholm suchen sie sich dafür die junge schwedische Reporterin Dessie Larsson aus. Als der US-amerikanische Polizist Jacob Kanon, selbst Vater eines Opfers, Dessie zur Jagd auf die Mörder überredet, geht der blutige Wahnsinn in die nächste Runde … (korrigierte Verlagsinfo)

Diese Besprechung beruht auf der englischsprachigen Originalausgabe im Hardcover-Format. Die Übersetzung trägt den Titel „Letzter Gruß“.
James Patterson & Liza Marklund – The Postcard Killers / Letzter Gruß weiterlesen

Brust, Steven – Teckla. Fantasyroman

_Action: Der Attentäter als Konterrevolutionär_

Die Bauern und Proleten proben den Aufstand. In ihrem Viertel Süd-Adhrilanka werden Barrikaden errichtet. Und Vlads Angetraute Cawti beteiligt sich an diesen Machenschaften. Kein Wunder, dass Vlads Nerven Trampolin spielen. Denn er weiß: Es wird Blut fließen. Die Frage ist nur: Wessen wird es sein?

_Hintergrund_

Auf der Welt Dragaera geht in der Stadt Adrilankha unser Held Vlad Taltos (sprich: taltosch) seinem Beruf nach: Er ist ein erstklassiger Auftragskiller. Adrilankha ist eine Art ernsthafte Version von Terry Pratchetts Ankh-Morpork: komplett mit Diebes- und Mördergilden, Kaufleuten, Schenken und Bordellen. Vlad hat sein Büro in der Altstadt, von wo er seinen eigenen Bezirk verwaltet, Schutzgelder abkassieren lässt und Konkurrenz aus dem Weg räumt.

Als hilfreich hat sich sein Vertrauter erwiesen: Loiosh ist ein drachenähnliches Wesen aus der Spezies Jhereg. Ähnlich wie Anne McCaffreys Feuerechsen auf dem Planeten Pern kann Loiosh Gedanken übertragen und giftige Bisse austeilen.

Auf der uralten Welt Dragaera stellen die Menschen („Ostländer“) wie Vlad Taltos eine Minderheit dar; angeblich kamen sie aus dem Ostreich in das Reich der Nichtmenschen, die so etwas wie kriegerische Elfen sind. Die Dragaeraner sind in exakt 17 Häuser oder Dynastien aufgespalten, so etwa Dragons und Hawks. Sie erlangen nach einer genau festgelegten Reihenfolge die Staatsmacht, um sie nach einer bestimmten Zeit wieder zu verlieren. Diese Abfolge des so genannten „Zyklus“, die in einer Art Merkvers (abgedruckt am Buchanfang) festgehalten ist, bestimmt das Schicksal der Welt. Dennoch versuchen die einzelnen Häuser, ihre Macht auszubauen.

Jedes Haus und jede Dynastie hat sich das Wappen und den Namen eines Tieres ihres Planeten zugelegt, und dessen Eigenschaften sind auf das Haus selbst übergegangen. (Liste siehe Schluss.) Der Jhereg-Clan, der Vlad Taltos aufgenommen hat, ist ein Bastard-Clan und steht ein wenig außerhalb der Clan-Hierarchie. Dennoch: „Mit Ausnahme der Tecklas sind alle Häuser edel.“ (Brust)

Die kriegerischen Dragons bilden die Spitze, sie gehorchen nur der Imperatorin. Hochnäsig schauen sie auf die Jhereg-Mitglieder herab, mit einer Ausnahme: Seit seinen Heldentaten in „Jhereg“ hat Vladimir Taltos einen großen Stein im Brett des Dragon-Clans e’Kieron, namentlich bei der zauberischen Aliera und ihrem Verwandten Morrolan, der über das furchterregendste Schwert auf ganz Dragaera verfügt: „Schwarzstab“ frisst Seelen. Wiederbelebung ausgeschlossen.

_Handlung_

Im Viertel Süd-Adhrilanka proben die Tecklas und Ostländer den Aufstand. Tecklas sind in der Hierarchie der Stände auf Dragaera so etwas wie Bauern und Pächter, Ostländer sind meist Proletarier. Zwei Männer, Kelly und Franz, leiten den Aufstand und „indoktrinieren die Massen“, wie Karl Marx und Friedrich Engels so schön sagen würden. Ihre Sache, der Kampf um mehr Rechte, hat durchaus etwas für sich. Leider kommen sie damit etlichen Leuten in die Quere. Unter anderem auch der Unterwelt, dem Jhereg.

Einer der Unterweltbosse, Herth, lässt Franz umlegen. Zunächst wurde Vlad Taltos dieser Job angeboten, aber der lehnte ab. Einen Ostländer-Landsmann umlegen? Kommt nicht in Frage. Später erscheint ihm Franz als Geist. Ein Zauberer zu sein, hat auch seine Nachteile.

Ernst nimmt Vlad den ganzen Aufstand sowieso erst, als seine Frau Cawti sich den Aufständischen anschließt und ebenfalls zu agitieren beginnt. Er fürchtet um ihr Leben, wenn der Jhereg zuschlägt und obendrein das Imperium für Ruhe sorgen will, indem es seine Phönixwachen ins Viertel schickt, um Kelly festzunehmen. Kelly ist schlau und bricht keine blutige Revolution vom Zaun. Er wartet darauf, dass sich andere Städte seiner Bewegung anschließen. Etwas frustriert findet Vlad heraus, dass Cawti seine Bemühungen überhaupt nicht konstruktiv findet. Schließlich zieht sie aus.

Indem sich Vlad eingemischt hat, geriet er in die Schusslinie des Jhereg-Bosses Herth. Der ist ebenso ein Zauberer wie Vlad selbst und nimmt ihn schwer in die Mangel. Nur die Tecklas und Cawti befreien ihn. Diese Demütigung kann Vlad nicht auf sich sitzen lassen. Nachdem er sich bei seinem Großvater über die Geschichte der Aufstände in Adhrilanka erkundigt hat, fädelt er einen ebenso ausgetüftelten wie gewagten Plan ein, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

Allerdings weiß er auch, dass Herth einen Attentäter auf ihn angesetzt hat.

_Mein Eindruck_

„Teckla“ ist wieder so ein Roman wie „Taltos“: Es braucht ziemlich lange, bis der Plot in die Gänge kommt. Nach einem viel versprechenden Auftakt von etwa 50 bis 70 Seiten beginnt der Plot nur noch um sich selbst zu kreisen. Das ist Vlads Aufklärungsphase und die Zeit des Waffenstillstands. Fast 130 Seiten Stillstand – mit einem kleinen Intermezzo in Herths Folterkammer – strapazieren den Geduldsfaden des Lesers bis zum Zerreißen. Endlich, um die Seite 200 herum, kristallisiert sich Vlads genialer Plan heraus, der denn auch zu einem guten Ende führt. Es bleiben nur wenige Leichen auf der Strecke.

Der Roman hätte sich also actionmäßig auf 120 Seiten erzählen lassen: eine Novelle. Das war er vielleicht auch ursprünglich, denn es ist bekannte Praxis amerikanischer Autoren, zuerst eine Kurzfassung zu veröffentlichen – etwa für Anthologien und Taschenbuchmagazine – bevor sie sie zu einem Roman von wenigstens 300 Seiten ausbauen. Der Dumme ist jedoch der Leser: Er hat zwischen Auftakt und Finale eine Durststrecke zu überwinden. So auch in „Teckla“.

Thematisch gibt die Story durchaus etwas her: Vlads seriokomische „Behandlung“ des Phänomens der Revolution durch das Proletariat (genauer: ihre Vereitelung). Die Kritik der aristokratisch dominierten Stände-Hierarchie auf Dragaera. Das Zerreißen persönlicher und persönlichster Beziehungen wie etwa auch Vlads Ehe. Die historische Dimension der Aufstände, die bis in Vlads Familiengeschichte hineinreicht: Vlads Opa ist einmal Kampfgenosse Kellys gewesen.

Am interessantesten ist der Konflikt, in den Kellys Strategie Leute wie Vlad stürzt: Vlad muss sich entscheiden, auf welcher Seite er als a) Ostländer (Nicht-Dragaeraner), b) Jhereg und c) Edelmann und Hexer steht. Es gibt hierzu ein ausgezeichnetes Streitgespräch mit Kelly. Und es sieht nicht so aus, als würde Vlad dabei eine gute Figur machen.

Das alles hat durchaus etwas für sich, und der Autor schneidet das alles auch an. Er schafft es aber nicht, es in einen Spannungsbogen einzubinden, der den Leser bei der Stange hält. Vielleicht sind Revolutionen ja immer so langweilig, von nahem betrachtet. Erst als Vlad seinen Plan der Konterrevolution in die Tat umsetzt, ohne dem Leser allzu viel darüber zu verraten, kommt (wieder) Spannung auf.

_Unterm Strich_

Dramaturgisch gesehen ist dieser Schlussband der ersten Taltos-Trilogie der schwächste. An intellektuellem Gehalt ist er jedoch der ausgereifteste. Je nachdem, ob man nun auf Spannung Wert legt – wie ich etwa – oder auf die Aufarbeitung des Themas Revolution – finde ich auch nicht übel -, so wird man den Roman verwerfen oder willkommen heißen. Daher gibt es meinerseits entsprechende Abstriche beim Gesamteindruck. Begründung siehe oben.

Der Autor ist ungarischer Abstammung und stolz darauf. 1956 probten die Ungarn den Aufstand gegen die sowjetischen Besatzer ihres Landes. Bekanntlich scheiterten sie damit. Die Frage ist also berechtigt, ob Brust mit „Teckla“ dieses Ereignis für sich verarbeitet hat. Anders als in der Geschichte geht Kellys Aufstand unblutig – nun ja, relativ unblutig zu Ende.

Die Übertragung ist Olaf Schenk wieder einmal ganz ausgezeichnet gelungen. Er setzt auch den leicht schnoddrigen Ton und die halb ernst, halb ironisch gemeinten Bemerkungen und Äußerungen eins zu eins um. Das zeugt von hervorragendem Sprachgefühl.

_Autor und Werke_

1955 in Minneapolis geboren, ist Steven Karl Zoltán Brust schon Programmierer, Drummer in einer Reggae-Band, Schauspieler und Gitarrist in verschiedenen Bands gewesen. Er liebt vor allem zwei Dinge: die Küche seiner ungarischen Vorfahren und den Kampfsport – zumindest Letzteres merkt man seinem Buch an.

Er ist ein Mitglied der wichtigen Schriftstellergemeinschaft der „Scribblies“, die 1980 in Minneapolis gegründet wurde. Ihr gehören bekannte AutoInnen wie Emma Pull, Patricia Wrede und vor allem Kara Dalkey (die bei |Knaur| veröffentlicht wurde) an. Sie schreiben, was sie gerne selbst lesen würde. Dazu gehört besonders zeitgenössische und urbane Fantasy. Bull und Shetterly edierten die Romane, die auf der Shared-World Liavek spielen. Viele Scribblies-Mitglieder gehören der Bewegung der Pre-Joycean Fellowship (PJF) an. Sie unterstützen Literatur, wie sie vor James Joyce geschrieben wurde. Sie sind somit anti-modernistisch (aber modern) und anti-elitär, außerdem meist humorvoll.

In den USA ist Brust bisher durch neunzehn Romane und eine Soloplatte bekannt geworden. Seine Bücher werden immer wieder neu aufgelegt. Mit „Jhereg“ erschien 1983 der Startband eines ganzen Zyklus um den Antihelden Vlad Taltos. Zu diesem gehören folgende Werke:

Jhereg (1983), Yendi (1984), Teckla (1986) – zusammengefasst als „Taltos the Assassin“ (1991);

Taltos (1988; auch „Taltos and the Paths of the Dead“, 1991), Phoenix (1988) und Athyra (1991).

Verwandt ist die „Khaavren“-Sequenz, die sozusagen historische Romane à la A. Dumas umfasst, die auf Dragaera spielen: The Phoenix Guard (1991), Five Hundred Years After (1994) und The Viscount of Adrilankha (ca. 1996). „Brokedown Palace“ (1986) enthält ebenfalls verwandtes Material.

Bei |Klett-Cotta| erschienen die Bücher in folgender Reihenfolge: „Jhereg“ (2002), „Taltos“ (2002), „Yendi“ (2003), „Teckla“ (2003), „Phönix“ (2004), „Athyra“ (2005).

Homepage des Autors: http://www.dreamcafe.com/

_Die Liste der siebzehn Tierarten des Zyklus_
(Angaben von Steven Brust):

DRAGONS – stehen für KRIEG. Große Reptilien, die kein Feuer speien. Zu erkennen an den Tentakeln, mit denen sie übersinnliche Eindrücke aufnehmen.

LYORNS – Stehen für TRADITION. Sehen wie mittelgroße Hunde mit goldenem Fell aus, nur haben sie mitten auf der Stirn ein Horn.

TIASSAS – stehen für Beschleunigung und INSPIRATION. Große Panther mit fledermausartigen Flügeln.

HAWKS – stehen für NEUGIERDE. Alles vom Hühnerhabicht bis zum Adler.

DZURS – stehen für HELDENTUM. Große schwarze Tiger.

ISSOLAS – stehen für Etikette und ÜBERRASCHUNG. Leicht storchenhaft, nur dunkler und mit spitzerem Schnabel.

TSALMOTHS – bekannt für Unvorhersagbarkeit und AUSDAUER. Baumbewohnende Schildkröten.

VALLISTAS – stehen für AUFBAU und ABRISS. Amphibische Kreaturen, die an Strömen und Teichen leben.

JHEREGS – stehen für KORRUPTION. Kleine giftige Flugreptilien, die sich von Aas ernähren.

IORICHS – stehen für Gerechtigkeit und STRAFE. Große, langsame Flussreptilien, Pflanzenfresser. Gedächtnis wie ein Nashorn und Elefant, sehr nachtragend.

CHREOTHAS – stehen für die FALLE. Große fuchsartige Tiere, die mit Hilfe ihres Speichels Netze bauen, die stark genug sind, um Dzurs und manchmal auch einen Dragon zu verstricken.

YENDIS – stehen für HEIMTÜCKE und Irreführung. In Wüsten lebende Sandschlangen. Ihr Biss ist so leicht, dass kaum ein Tier bzw. Mensch ihn bemerkt, bis das Opfer wenige Minuten bis eine Stunde später zusammenbricht.

ORCAS – Unternehmensgeist und die gewalttätige Seite des Geschäftemachens.

TECKLAS – stehen für FEIGHEIT und Fruchtbarkeit. Kleine Feldmäuse aus den Salzmarschen.

JHEGAALAS – stehen für METAMORPHOSE. Leben in Sümpfen, erst als Eier, dann als Motten und schließlich als große Kröten.

ATHYRAS – das Haus der MAGIE. Eulenartige Vögel. Senden telepathische Signale aus, die ihre Beute anlocken oder Menschen in Furcht versetzen.

PHÖNIX – steht für Dekadenz und WIEDERGEBURT.

„Mit Ausnahme der Tecklas sind alle Häuser edel.“

Brust, Steven – Yendi. Fantasyroman

_Action-Fantasy mit Witz und Erotik_

Jemand will Vlad Taltos ans Leder. Aber das ist ja nichts Neues. Vlad lebt als Mitglied der Unterwelt stets gefährlich. Und wenn er doch mal getötet wird, besteht in Adrilankha die Möglichkeit der magischen Wiederbelebung. Leider hat er es diesmal mit einem Konkurrenten zu tun, der Leute auf seiner Seite hat, die auch dies verhindern können …

Dies ist der dritte Roman mit Abenteuern des Jhereg-Gangsters Vlad Taltos.

_Hintergrund_

Auf der Welt Dragaera geht in der Stadt Adrilankha unser Held Vlad Taltos (sprich: taltosch) seinem Beruf nach: Er ist ein erstklassiger Auftragskiller. Adrilankha ist eine Art ernsthafte Version von Terry Pratchetts Ankh-Morpork: komplett mit Diebes- und Mördergilden, Kaufleuten, Schenken und Bordellen. Vlad hat sein Büro in der Altstadt, von wo er seinen eigenen Bezirk verwaltet, Schutzgelder abkassieren lässt und Konkurrenz aus dem Weg räumt.

Als hilfreich hat sich sein Vertrauter erwiesen: Loiosh ist ein drachenähnliches Wesen aus der Spezies Jhereg. Ähnlich wie Anne McCaffreys Feuerechsen auf dem Planeten Pern kann Loiosh Gedanken übertragen und giftige Bisse austeilen.

Auf der uralten Welt Dragaera stellen die Menschen („Ostländer“) wie Vlad Taltos eine Minderheit dar; angeblich kamen sie aus dem Ostreich in das Reich der Nichtmenschen, die so etwas wie kriegerische Elfen sind. Die Dragaeraner sind in exakt 17 Häuser oder Clans aufgespalten, so etwa Dragons und Hawks. Der Jhereg-Clan, der Vlad aufgenommen hat, ist ein Bastard-Clan und steht außerhalb der Clan-Hierarchie.

Die Dragons bilden die Spitze, sie gehorchen nur der Imperatorin. Hochnäsig schauen sie auf die Jhereg-Mitglieder herab, mit einer Ausnahme: Seit seinen Heldentaten in „Jhereg“ hat Vladimir Taltos einen großen Stein im Brett des Dragon-Clans e’Kieron, namentlich bei der zauberischen Aliera und ihrem Verwandten, Morrolan, der über das furchterregendste Schwert auf ganz Dragaera verfügt: „Schwarzstab“ frisst Seelen. Wiederbelebung ausgeschlossen.

_Handlung_

Eine schwere Zeit ist für den rechtschaffenen Attentäter Vlad angebrochen: Es herrscht Krieg. Nicht so einer mit Soldaten, sondern Krieg zwischen konkurrierenden Unterweltfirmen im Zentrum Adrilankhas. Da hat doch tatsächlich ein gewisser Laris seinem Untergebenen erlaubt, eines von Vlads Lokalen zu überfallen und zu übernehmen. Vlad ist auf Verhandlung bedacht – man muss sich ja nicht gleich umbringen – und trifft sich mit diesem Laris. Man trifft eine nette Vereinbarung, doch danach ist für Vlad der Fall klar: Es gibt Krieg.

Der tödliche Schlagabtausch geht eine Zeit lang hin und her. Nach einer Weile gehen Vlad die Mittel aus, und er erbittet von Dragon Morrolan (vgl. „Hintergrund“) eine erkleckliche Summe, die er auch erhält. Sofort eskaliert der Kampf in die nächsthöhere Stufe: Einsatz von Magie. Schutzzauber, Vernichtungszauber – es geht wieder einmal wild zu.

Leider hat Vlad Pech. Schon wähnt er sich als Sieger eines erfolgreichen Tages, als er kurz vor seinem Hauptquartier kalt erwischt wird: Zwei seiner Leibwächter haben ihn verraten, doch das merkt er zu spät. Auch Morrolan und Aliera teleportieren um Sekundenbruchteile zu spät an den Ort des Desasters. Zwei fremde Kämpferinnen machen Vlad und seinen verbliebenen Leibwächtern nieder. Vlad gibt den Löffel ab.

Nun sieht es gar nicht gut aus: weder für den Helden dieser Geschichte noch für den Fortgang dieser Geschichte überhaupt. Doch um herauszubekommen, wer es Laris ermöglicht hat, Vlads Truppe ratzfatz auszuschalten und welche fiese Absicht dahintersteckt, ist es dringend nötig, Vlad wiederzubeleben.

Ob und wie das gelingt und ob er Folgenschäden davonträgt, darf ich euch nicht verraten.

_Mein Eindruck_

In „Jhereg“ war Steven Brust ein furioser Start auf dem deutschen Buchmarkt gelungen. Er stellte seinen Helden als eine Art James Bond der Unterwelt vor. Zumindest hatte Vlad Stil. In „Taltos“ entführte er den Leser allerdings ins Reich des Todes, und das war denn doch reichlich metaphysisch.

Mit „Yendi“, benannt nach einem weiteren Dragaera-Clan, der für Intrigen berüchtigt ist, gewinnt Brust den leser zurück. Die Action geht ab wie eine Rakete, und Ironie und trockenster Humor machen das Lesen der abstrusen Abenteuer Vlads zu einem Vergnügen.

Relativ bizarr sind wie immer die Auswirkungen von dragaeranischen Eigenheiten wie psionische Kommunikation (= abhörsicheres Gedankentelefon ohne Vermittlung), Wiederbelebung gegen harte Währung (meistens rechtzeitig), Teleportation (gaaanz wichtig, führt aber zu massiven Magenbeschwerden) und magische Waffen. Morganti-Schwerter wie „Schwarzstab“ verhindern die Wiederbelebung.

Als wäre es noch nicht genung, dass sich Vlad mit unfähigen Dösköppen von Leibwächtern herumschlagen muss, verliebt er sich auch noch in eine fetzige Ostländerin namens Cawti, die ihm eigentlich ans Leben wollte. Nun ja, wo die Liebe hinfällt, da wächst kein Gras mehr. Vlad ergibt sich widerstandslos.

Leider ist die zweite Hälfte des Romans kein ungetrübtes Vergnügen. Nachdem alle Möglichkeiten durchgefochten wurden, bleibt Vlad nur noch das scharfe Nachdenken, um herauszubekommen, was hinter dem Bandenkrieg und den Anschlägen auf sein Leben und Unternehmen steckt. Dieses Nachdenken dauert leider übermäßig lange, nämlich mehrere Dutzend Seiten. Immerhin führt es dann zu einem überraschenden Finale.

_Unterm Strich_

Freunde von Action-Fantasy kommen hier durchaus auf ihre Kosten, dürfen aber keine Einheitskost à la Conan erwarten. Allenfalls eine so witzige Fantasyreihe wie die um Fafhrd und den Grauen Mauser, geschrieben von Fritz Leiber Mitte des 20. Jahrhunderts, könnte Brusts Romanen das Wasser reichen – was Witz, Action und Ironie anbelangt.

Allerdings ist Brust fiktionale Welt vielschichtiger, besser ausgetüftelt und viel enger unserer eigenen Welt verwandt als die des Grauen Mausers. Zudem spielen hier aktive Frauen eine sehr bedeutende Rolle und tragen wesentlich zur Unvorhersehbarkeit ders Handlungsverlaufs bei. Ganz abgesehen von den romantisch-sinnlichen Aspekten, die ihre Präsenz mit sich bringt. Cawti beispielsweise hat nicht nur einen spitzen Dolch im Gewande, sondern auch noch einiges in der Bluse.

|Titelbild|

Die Cover-Art der Klett-Cotta-Reihe mit Steven-Brust-Romanen weist einen eigenen Stil auf. „Yendi“ etwa zeigt eine verträumt dreinblickende Groschenromanheldin an der starken Brust ihres Helden: Stil der 40er Jahre. Von der Seite ragt ein knallrot geschminktes Lippenpaar herein, von dem Blut zu tropfen scheint. Offensichtlich wird hier mit Genreklischees gespielt. Genau wie in den Geschichten selbst (siehe die Angaben zum Autor und seiner Schreibschule).

_Der Autor_

1955 in Minneapolis geboren, ist Steven Karl Zoltán Brust schon Programmierer, Drummer in einer Reggae-Band, Schauspieler und Gitarrist in verschiedenen Bands gewesen. Er liebt vor allem zwei Dinge: die Küche seiner ungarischen Vorfahren und den Kampfsport – zumindest Letzteres merkt man seinem Buch an.

Er ist ein Mitglied der wichtigen Schriftstellergemeinschaft der „Scribblies“, die 1980 in Minneapolis gegründet wurde. Ihr gehören bekannte AutoInnen wie Emma Pull, Patricia Wrede und vor allem Kara Dalkey (die bei |Knaur| veröffentlicht wurde) an. Sie schreiben, was sie gerne selbst lesen würde. Dazu gehört besonders zeitgenössische und urbane Fantasy. Bull und Shetterly edierten die Romane, die auf der Shared-World Liavek spielen. Viele Scribblies-Mitglieder gehören der Bewegung der Pre-Joycean Fellowship (PJF) an. Sie unterstützen Literatur, wie sie vor James Joyce geschrieben wurde. Sie sind somit anti-modernistisch (aber modern) und anti-elitär, außerdem meist humorvoll.

In den USA ist Brust bisher durch neunzehn Romane und eine Soloplatte bekannt geworden. Seine Bücher werden immer wieder neu aufgelegt. Mit „Jhereg“ erschien 1983 der Startband eines ganzen Zyklus um den Antihelden Vlad Taltos. Zu diesem gehören folgende Werke:

Jhereg (1983), Yendi (1984), Teckla (1986) – zusammengefasst als „Taltos the Assassin“ (1991);

Taltos (1988; auch „Taltos and the Paths of the Dead“, 1991), Phoenix (1988) und Athyra (1991).

Verwandt ist die „Khaavren“-Sequenz, die sozusagen historische Romane à la A. Dumas umfasst, die auf Dragaera spielen: The Phoenix Guard (1991), Five Hundred Years After (1994) und The Viscount of Adrilankha (ca. 1996). „Brokedown Palace“ (1986) enthält ebenfalls verwandtes Material.

Bei |Klett-Cotta| erschienen die Bücher in folgender Reihenfolge: „Jhereg“ (2002), „Taltos“ (2002), „Yendi“ (2003), „Teckla“ (2003), „Phönix“ (2004), „Athyra“ (2005).

Homepage des Autors: http://www.dreamcafe.com/

Die drei ??? und die schweigende Grotte (Folge 210)

Die Handlung:

Die verfallene Ruine des einstigen Sanatoriums lädt Justus, Peter und Bob zum Abenteuerausflug ein. Das bröckelige Gemäuer und die verschüttete Grotte darunter hat seit Jahren niemand mehr betreten. Die drei ??? gelangen in das verlassene Gebäude und finden eine verschlossene Kiste mit unerwartetem Inhalt. Sind sie etwa doch nicht allein? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Eine Grotte genießt und schweigt … oder so. Aber, viel interessanter wäre zu erfahren, was sie erzählen könnte, wenn sie in Plauderlaune wäre, oder nicht? Um einen Wettbewerb zu gewinnen, wollen die drei Detektive coole Schüsse schnappen, auf einer Insel, die der Autor just erfunden hat und auf der sich ein Sanatorium befindet. Na ja, oder das, was davon noch übrig ist. Da also soll geknipst werden … warum auch nicht.

Die drei ??? und die schweigende Grotte (Folge 210) weiterlesen

Brust, Steven – Taltos. Fantasyroman

_Abenteuer im Reich der Toten_

Wie schon in „Jhereg“ finden die Abenteuer des Helden Vlad Taltos in einer originell gestalteten Fantasywelt namens Dragaera statt. Eine vergnügliche, intelligente und komplexe Fantasy um den Auftragsmörder Vlad, der lieber seinen Kopf einsetzt, um diesen noch eine Weile zu behalten. Diesmal erfahren wir von Vlads menschlichem und beruflichem, ähem, Werdegang und erleben eines seiner schwierigeren Abenteuer: im Reich der Toten.

Informationen über den Autor findet ihr am Schluss meiner Besprechung.

_Hintergrund_

Auf der Welt Dragaera geht in der Stadt Adrilankha unser Held Vlad Taltos (sprich: taltosch) seinem Beruf nach: Er ist ein erstklassiger Auftragskiller. Adrilankha ist eine Art ernsthafte Version von Terry Pratchetts Ankh-Morpork: komplett mit Diebes- und Mördergilden, Kaufleuten, Schenken und Bordellen. Vlad hat sein Büro in der Altstadt, von wo er seinen eigenen Bezirk verwaltet und Schutzgeld eintreibt.

Als hilfreich hat sich sein Vertrauter erwiesen: Loiosh ist ein drachenähnliches Wesen aus der Spezies Jhereg. Ähnlich wie McCaffreys Feuerechsen auf Pern kann Loiosh Gedanken lesen und giftige Bisse austeilen.

Auf der uralten Welt Dragaera stellen die Menschen wie Vlad Taltos eine Minderheit dar; angeblich kamen sie aus dem Ostreich in das Reich der Nichtmenschen, die so etwas wie kriegerische Elfen sind. Die Dragaeraner sind in exakt 17 Häuser oder Clans aufgespalten, so etwa Dragons und Hawks. Der Jhereg-Clan, der Vlad aufgenommen hat, ist ein Bastard-Clan und steht außerhalb der Clan-Hierarchie. Die Dragons bilden die Spitze, sie gehorchen nur der Imperatorin.

_Handlung_

„Taltos“ ist ein wenig vielschichtiger aufgebaut als „Jhereg“, doch die Handlung setzt die Kenntnis der Informationen aus „Jhereg“ voraus.

Die erste Schicht besteht aus der Beschreibung eines rätselhaften Zauberrituals. Es wird jeweils am Anfang jedes Kapitels kurz beschrieben, so dass man keine Ahnung hat, zu welcher Situation es gehört oder welchen Zweck Vlad damit verfolgt. Sehr clever eingesetzt.

Die zweite Schicht besteht in der Biografie Vlads, die dieser selbst erzählt und die sich mit seiner Wiedergabe des eigentlichen Abenteuers abwechselt. Auf diese Weise wird weder das eine noch das andere langweilig. Das kann aber zuweilen zu Verwirrung führen, welcher Abschnitt denn nun zu welchem Abeneteuer gehört. Denn Vlad erzählt bei seinem beruflichen Werdegang von seinen knifflichsten Mordaufträgen.

Die dritte und wichtigsten Schicht besteht im neuesten Auftrag Vlads. Er erhält ihn von seinen schwierigsten Kunden: dem Dragon-Fürsten Morrolan, einem recht hochnäsigen Zeitgenossen, der aber über eine furchterregende Waffe verfügt: ein seelenraubendes Morganti-Schwert. Vlad lässt lieber Vorsicht walten. Seine zweite, eigentliche Auftraggeberin ist die Zauberin Sethra Vode, die auf einem Zauberberg wohnt und eine merkwürdige Art von Humor pflegt.

Ihr Auftrag: Einen Stab von einem mächtigen Magier zurückholen. Der Lohn ist astronomisch hoch, aber das Risiko auch. Vlad schlägt ein. Er ahnt noch nicht, dass sich in besagtem Stab die Seele der Kusine Morrolans, Aliera, befindet und dass mit dem besagten Zauberer nicht zu spaßen ist.

Und es wird Vlads weitere Aufgabe sein, diese geraubte Seele im Reich der Toten zu befreien und wieder ins Reich der Lebenden zurückzubringen. Leider haben die Götter des Jüngsten Tages, die über die Toten, Untoten und Lebenden bestimmen, einiges gegen dieses verwegene Vorhaben einzuwenden. Na, denn mal los, Vlad!

Ach ja: das eingangs erwähnte Ritual. Es spielt eine wichtige Rolle, damit Vlad von seinem Auftrag lebend zurückkehrt.

_Mein Eindruck_

Nachdem ich mich an die ungewöhnliche Erzählweise gewöhnt hatte, ging das Lesen fast wie von alleine. Zunächst meinte ich, dass in der Erzählung – es sind ja drei – nichts vorangeht. Aber ich täuschte mich. Allerdings muss man sich etwas gedulden, bis es mit der Action einigermaßen vorangeht.

Die zweite Hälfte der Haupthandlung dreht sich ja ums Reich der Toten. Allein schon der Weg dorthin ist ungewöhnlich gestaltet, doch das Totenreich selbst lässt an Überraschungen nichts zu wünschen übrig. Dafür sorgen schon die zänkischen Götter selbst.

_Unterm Strich_

Nicht so flott und fröhlich-frech wie „Jhereg“, aber immer noch ein gutes Fantasyabenteuer und eine originelle Vision vom Jenseits.

_Der Autor_

1955 in Minneapolis geboren, ist Steven Karl Zoltan Brust schon Programmierer, Drummer in einer Reggae-Band, Schauspieler und Gitarrist in verschiedenen Bands gewesen. Er liebt vor allem zwei Dinge: die Küche seiner ungarischen Vorfahren und den Kampfsport – zumindest Letzteres merkt man seinem Buch an.

Er ist ein Mitglied der wichtigen Schriftstellergemeinschaft der „Scribblies“, die 1980 in Minneapolis gegründet wurde. Ihr gehören bekannte AutoInnen wie Emma Pull, Patricia Wrede und vor allem Kara Dalkey (deren Werke bei |Knaur| veröffentlicht wurden) an. Sie schreiben, was sie gerne selbst lesen würden. Dazu gehört besonders zeitgenössische und urbane Fantasy. Bull und Shetterly edierten die Romane, die auf der Shared-World Liavek spielen. Viele Scribblies-Mitglieder gehören der Bewegung des Pre-Joycean Fellowship (PJF) an. Sie unterstützen Literatur, wie sie vor James Joyce geschrieben wurde. Sie sind somit anti-modernistisch (aber modern) und anti-elitär, außerdem meist humorvoll.

In den USA ist Brust bisher durch neunzehn Romane und eine Soloplatte bekannt geworden. Seine Bücher werden immer wieder neu aufgelegt. Mit „Jhereg“ erschien 1983 der Startband eines ganzen Zyklus um den Antihelden Vlad Taltos, der auf insgesamt neunzehn Bände angelegt ist. Zu diesem gehören folgende Werke:

Jhereg (1983), Yendi (1984), Teckla (1986) – zusammengefasst als „Taltos the Assassin“ (1991); Taltos (1988; auch „Taltos and the Paths of the Dead“, 1991), Phoenix (1988) und Athyra (1991).

Verwandt ist die „Khaavren“-Sequenz, die sozusagen historische Romane à la A. Dumas umfasst, die auf Dragaera spielen: The Phoenix Guard (1991), Five Hundred Years After (1994) und The Viscount of Adrilankha (ca. 1996). „Brokedown Palace“ (1986) enthält ebenfalls verwandtes Material.

Bei |Klett-Cotta| erschienen die Bücher in folgender Reihenfolge: „Jhereg“ (2002), „Taltos“ (2002), „Yendi“ (2003), „Teckla“ (2003), „Phönix“ (2004), „Athyra“ (2005).

Homepage des Autors: http://www.dreamcafe.com/

|Die Übersetzung|

… ist erstaunlich gut. Ich habe selten eine bessere Übertragung amerikanischen Sprachgebrauchs in heutiges Deutsch gelesen. Die Aufmachung des Buches ist ebenfalls gelungen, wie von Klett-Cotta gewohnt.

|Originaltitel: Taltos, 1988
Aus dem US-Englischen von Olaf Schenk|

Wilhelm Hauff – Das Gespensterschiff (Gruselkabinett Folge 171)

Halligalli auf des toten Manns Kiste

Basra, 1825: nach dem Tod seines Vaters möchte der junge Kaufmannssohn Achmet sein Glück in der Fremde versuchen und besteigt daher mit seinem Diener Ibrahim ein Schiff nach Indien. Als sie nach knapp zweiwöchiger Reise in einen Sturm geraten und plötzlich ein geheimnisvoller Segler mit johlender Besatzung aus dem Nichts auftaucht, gerät der Kapitän in Panik, da er in der vorbeidonnernden Mannschaft den Tod persönlich zu erkennen meint. Tatsächlich sinkt kurz darauf sein Schiff, und Achmet und Ibrahim scheinen die einzigen Überlebenden zu sein… (Verlagsinfo)

Der Verlag empfiehlt das Hörbuch ab 14 Jahren.
Wilhelm Hauff – Das Gespensterschiff (Gruselkabinett Folge 171) weiterlesen

Brust, Steven – Jhereg. Fantasyroman

Eine vergnügliche, intelligente und komplexe Fantasy um einen Auftragsmörder, der lieber seinen Kopf einsetzt, um diesen noch eine Weile zu behalten. Zauberer, Halbdrachen, telepathische Kräfte, Teleportation – so manches an dieser modernen Fantasy gemahnt eher an Motive der Science-Fiction als an altbackene Tolkien-Imitate. Und der Humor ist von feiner Ironie.

_Handlung_

Auf der Welt Dragaera geht in der Stadt Adrilankha unser Held Vlad Taltos (sprich: taltosch) seinem Beruf nach. Er ist ein erstklassiger Auftragskiller. Ich würde daher nicht sagen, dass er so etwas wie ein James Bond ist, wie ihn der Klappentext bezeichnet. Und mit Monty Python hat die Story schon gar nichts am Hut. Leute umbringen will schließlich gelernt sein, da kann man keine Stümper gebrauchen. Besonders dann nicht, wenn die Opfer später wiederbelebt werden. Das könnte für einen schlechten Ruf sorgen.

Adrilankha ist eine Art ernsthafte Version von Terry Pratchetts Ankh-Morpork: komplett mit Diebes- und Mördergilden, Kaufleuten, Schenken und Bordellen. Vlad hat sein Büro in der Altstadt, von wo er seinen eigenen Bezirk verwaltet und Schutzgeld eintreibt. Wehe, wer ihm in die Quere kommt! Doch er ist klug genug, nicht selbst anderen Auftragskillern in die Quere zu kommen. Er wurde bereits zweimal wiederbelebt.

Als hilfreich hat sich sein Vertrauter erwiesen: Loiosh ist ein drachenähnliches Wesen aus der Spezies Jhereg. Ähnlich wie McCaffreys Feuerechsen auf Pern kann Loiosh Gedanken lesen und giftige Bisse austeilen. Den Jhereg hat Vlad aus dem Urwald erworben, wo er seiner Mutter ein Ei abschwatzte und dessen Inhalt aufzog.

Auf der uralten Welt Dragaera stellen die Menschen wie Vlad Taltos eine Minderheit dar; angeblich kamen sie aus dem Ostreich in das Reich der Nichtmenschen, die so etwas wie kriegerische Elfen sind. Die Dragaeraner sind in über ein Dutzend Häuser oder Clans aufgespalten, so etwa Dragons und Hawks. Der Jhereg-Clan, der Vlad aufgenommen hat, ist ein Bastard-Clan und steht außerhalb der Clan-Hierarchie. Die Dragons bilden die Spitze, sie gehorchen nur der Imperatorin.

All dies zu wissen, ist notwendig, um zu verstehen, in welche Not unser Held gerät, als er vom Jhereg-Clan den Auftrag erhält, einen Dieb dingfest zu machen und umzunieten. Für ein hübsches Sümmchen, versteht sich. Ach ja: Und das Ganze bitte in drei Tagen erledigen, denn niemand soll erfahren, dass der Rat des Jhereg ohne Geld dasteht.

Der Dieb hat dem Rat des Jhereg die Kriegskasse geklaut, rund neun Millionen Goldstücke. Das Problem ist jedoch, den Dieb zu ergreifen. Dieser Mellar hat sich als Gast im Schwarzen Schloss von Vlads Freund Morollan einquartiert, wo er entsprechenden Schutz genießt. Warum ausgerechnet hier?, fragt sich Vlad. Es stellt sich heraus, dass Mellars Ermordung einen erneuten Krieg zwischen den Clans Dragon und Jhereg auslösen würde, mit verheerenden Folgen für beide.

Es kommt noch übler: Da Mellar ein Mischling ist, hatte er sich nicht nur bei Jheregs und Dragons eingeschlichen, sondern auch beim Clan Dzur und schnüffelte dessen Geheimnisse aus. Würde Mellar getötet, so würden diese Geheimnisse auffliegen und den ach so heldenhaften Dzur-Clan bis auf die Knochen blamieren.

War Vlads Auflösung des Rätsels um Mellar schon brillant, so ist seine Lösung für das Problem, den drohenden Weltkrieg zu verhindern, noch weitaus genialer.

_Mein Eindruck_

Vlad Taltos ist ein geradezu zeitgenössischer Bursche: ein Dieb, Mörder, Kneipenbesitzer und Zuhälter. Der Jhereg-Clan, für den er arbeitet, ist nichts anderes als eine Art Mafia. Dennoch ist Vlad – die Kurzform von ‚Vladimir‘ – ein sehr sympathischer Held, oder richtiger: Antiheld. Er überlegt lieber, bevor er einen aussichtlosen Kampf anfängt. Und er hat eine Frau, die flink mit dem Messer ist, Cawti. Und einen Halbdrachen, der ebenso telepathisch begabt ist wie er selbst: sein Gewissen und sarkastisches Über-Ich.

Eindrucksvoll sind aber auch die Elfen-Clans. Die Dragon beispielsweise verfügen über Große Waffen, also Waffen, die mit Intelligenz begabt sind: Schwerter und Stäbe (es gibt keine Feuerwaffen). Diese Waffen sind mit der Seele des Trägers verbunden, der daher ziemlich nervenstark und kaltblütig sein muss. Ähnlich wie „normale“ Morganti-Waffen können die Großen Waffen die Seele des Opfers verschlingen, so dass dessen Wiederbelebung nicht ohne weiteres möglich ist. Opfer von Messer, Schwert und Dolch lassen sich von Hexen und Zauberern routinemäßig wiederbeleben (gegen ein hübsches Sümmchen, versteht sich), da ja die Seele noch vorhanden ist. Interessant sind die Unterschiede zwischen Zauberei, die an die Naturelemente und das Chaos gebunden ist, und Hexerei, die à la Voodoo mit Gegenständen arbeitet.

All diese politischen und metaphysischen Systeme breitet der Autor vor uns aus, als wären sie selbstverständlich. So muss es auch sein, denn eine abstruse Welt, die sich nicht ernst nimmt, kann ihre Wirkung nicht entfalten. So aber entsteht eine komische Spannung zu unserer eigenen Welt, in der solchen Systeme gemeinhin nicht existieren. Erst aus dieser Spannung, derer man sich stets vergewissern muss, entsteht die Komödie, die das Buch darstellt.

Dies ist keine Slapstick- oder Situationskomödie, in der Tortenschlachten die Hauptrolle spielen würden. Vielmehr geht es hier immerhin um die Vorbereitung oder Vermeidung von kaltblütigem Mord (plus optionaler Seelenvernichtung). Die Ernsthaftigkeit, mit der das Ziel verfolgt wird, mutet lediglich uns grotestk an. Vlad hat einen „Job“ angenommen und muss ihn auch ausführen, oder er kann sein Metier an den Nagel hängen. Dennoch fällt es ihm nicht leicht, den Rassismus zu ertragen, den die Dragaeraner gegenüber „Ostlingen“ wie ihm an den Tag legen. Während des genialen Showdowns verschafft es ihm daher eine diebische Freude, es einem solchen Rassisten heimzuzahlen.

Korruption, politische Ränkespiele, (Alien-)Gentechnik, psionische Verständigung, auch Rassismus – all diese Themen würde man im „Herr der Ringe“ weitgehend vergeblich suchen. Ausnahmen wären vielleicht Korruption und Machtspiele, wie sie an Saruman zu beobachten sind. Daher hebt sich Steven Brusts Fantasy wohltuend von dem üblichen Tolkienverschnitt ab, den man heute gemeinhin als Fantasy vorgesetzt bekommt.

_Fazit_

Eine vergnügliche, intelligente und komplexe Fantasy um einen Auftragsmörder, der lieber seinen Kopf einsetzt, um diesen noch eine Weile zu behalten. Ein ironisch gezeichneter Sherlock Holmes sozusagen.

_Der Autor, die Scribblies und Jhereg_

1955 in Minneapolis geboren, ist Steven Karl Zoltan Brust schon Programmierer, Drummer in einer Reggae-Band, Schauspieler und Gitarrist in verschiedenen Bands gewesen. Er liebt vor allem zwei Dinge: die Küche seiner ungarischen Vorfahren und den Kampfsport – zumindest Letzteres merkt man seinem Buch an.

Er ist ein Mitglied der wichtigen Schriftstellergemeinschaft der „Scribblies“, die 1980 in Minneapolis gegründet wurde. Ihr gehören bekannte AutoInnen wie Emma Pull, Patricia Wrede und vor allem Kara Dalkey (deren Werke bei |Knaur| veröffentlicht wurden) an. Sie schreiben, was sie gerne selbst lesen würden. Dazu gehört besonders zeitgenössische und urbane Fantasy. Bull und Shetterly edierten die Romane, die auf der Shared-World Liavek spielen. Viele Scribblies-Mitglieder gehören der Bewegung des Pre-Joycean Fellowship (PJF) an. Sie unterstützen Literatur, wie sie vor James Joyce geschrieben wurde. Sie sind somit anti-modernistisch (aber modern) und anti-elitär, außerdem meist humorvoll.

In den USA ist Brust bisher durch neunzehn Romane und eine Soloplatte bekannt geworden. Seine Bücher werden immer wieder neu aufgelegt. Mit „Jhereg“ erschien 1983 der Startband eines ganzen Zyklus um den Antihelden Vlad Taltos, der auf insgesamt neunzehn Bände angelegt ist. Zu diesem gehören folgende Werke:

Jhereg (1983), Yendi (1984), Teckla (1986) – zusammengefasst als „Taltos the Assassin“ (1991); Taltos (1988; auch „Taltos and the Paths of the Dead“, 1991), Phoenix (1988) und Athyra (1991).

Verwandt ist die „Khaavren“-Sequenz, die sozusagen historische Romane à la A. Dumas umfasst, die auf Dragaera spielen: The Phoenix Guard (1991), Five Hundred Years After (1994) und The Viscount of Adrilankha (ca. 1996). „Brokedown Palace“ (1986) enthält ebenfalls verwandtes Material.

Bei |Klett-Cotta| erschienen die Bücher in folgender Reihenfolge: „Jhereg“ (2002), „Taltos“ (2002), „Yendi“ (2003), „Teckla“ (2003), „Phönix“ (2004), „Athyra“ (2005).

Homepage des Autors: http://www.dreamcafe.com/

|Die Übersetzung|

… ist erstaunlich gut. Ich habe selten eine bessere Übertragung amerikanischen Sprachgebrauchs in heutiges Deutsch gelesen. Die Aufmachung des Buches ist ebenfalls gelungen, wie von Klett-Cotta gewohnt. Und der Preis ist nicht übertrieben hoch.

|Originaltitel: Jhereg, 1983
Aus dem US-Englischen übertragen von Olaf Schenk|

Perry Rhodan – Anti-Universum (Silber Edition 68)

Die Handlung:

Bei einem Experiment an der Grenze des Solsystems geschieht es: Perry Rhodan und seine Gefährten werden in ein paralleles Universum geschleudert, aus dem es für sie keine Rückkehr in das heimische Kontinuum zu geben scheint. Mehr noch, bei der Landung auf der Erde werden sie mit ihren perfekten, vom Charakter her jedoch völlig konträren Spiegelbildern konfrontiert. Perry Rhodan II verkörpert das absolute Böse und versucht alles, um die unerwarteten Besucher zu vernichten. Ein ungleicher Kampf entbrennt … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Diese Lesung startet den neuen Zyklus, der DAS KOSMISCHE SCHACHSPIEL heißt, mit einem Anti-Universum. Was das eine oder das andere überhaupt ist, davon wird uns der Sprecher wohl diesmal ein wenig erzählen.

Was dabei das Anti-Universum ist, das müssen Perry und die Besatzung seiner MARCO POLO recht schnell erfahren. Zwar ist die Idee, die dahintersteckt nicht neu, dennoch bietet sie seit Langem schon prima Möglichkeiten, um Geschichten zu erzählen, die unter „normalen“ Umständen schwierig oder gar nicht hätten passieren können. Bei einem Unfall nämlich wird die MARCO POLO durch freiwerdende Energiemassen in ein Parallel-Universum versetzt. So was gibts nicht nur bei STAR TREK, nein auch bei Perry Rhodan gibts das … wer die Idee das erst Mal hatte, ist dabei nicht wirklich wichtig.

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Perry Rhodan – Der Tross des Kriegers (Silber Edition 153)

Die Handlung:

Sie sind 40 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt und locken mit ihren Wundern: die zwölf Galaxien der Superintelligenz ESTARTU. Dorthin sind zahlreiche Menschen von der Erde – die Vironauten – mit ihren Raumschiffen aufgebrochen. Sie sehen die Wunder und treffen auf tödliche Gefahren. Auch Reginald Bull, Perry Rhodans ältester Freund, wird mit den Ewigen Kriegern und ihrer Macht konfrontiert … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Unterwegs mit der LASHAT gehts auf eine Art Piratenabenteuer, mit Suchmission und Mondumwandlungsverhinderung … oder so ähnlich. So richtig warm bin ich mit dem Anfang dieser Lesung nicht wirklich geworden.

Dann aber vielleicht etwas abseits der LASHAT? Da gibts die LOVELY BOSCYK, mit der wir anschließend unterwegs sind und Planetenabenteuer erleben. Schon irgendwo als Einzelstory interessant, aber so den Nutzen für das Große und Ganze hab ich jetzt nicht gesehen, wobei hier auch mal „Der Tross des Kriegers“ erwähnt wird und wir jemanden kennenlernen, der sich ihm anschließen will.

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Guy Burt – The Hole. Der Roman zum Film

Verrückter Student als „Herr der Fliegen“?!

„Hinein treibt sie die Neugier. Hinaus führt sie der Tod.“ Fünf Teenager wagen ein Experiment: Sie lassen sich drei Tage in einem abgelegenen Keller der Schule einsperren, aus dem es kein Entkommen gibt. … Doch als die drei Tage um sind, tauch Martyn nicht auf – und niemand weiß etwas von dem Experiment… (Verlagsinfo)

Wenn vier (oder fünf?) junge Menschen in einem Bunker (Romanversion: im Keller) eingesperrt sind und dort ausflippen, wird daraus schon ein „Kultbuch“? Behauptet jedenfalls der Verlag. Richtig ist jedenfalls, dass es zahlreiche Unterschiede zwischen dem Buch und der Verfilmung gibt. Mal sehen, was dabei besser abschneidet. Und ob man sich für diese Geschichte überhaupt interessieren sollte.
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Laura Imai Messina – Die Telefonzelle am Ende der Welt

„Um die Wunden eines Lebens zu heilen, braucht es einen ganz besonderen Ort“ – so steht es auf dem Buchdeckel. Und dieser besondere Ort ist ein Garten, nur eine Tagesfahrt von Tokio entfernt. Dort steht eine Telefonzelle, zu der tausende von Menschen jedes Jahr reisen, um mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen. Nimmt man den Hörer ab, so hört man das Rauschen des Windes und kann ihm berichten, was man sich zu Lebzeiten nicht getraut hat, einem geliebten Menschen zu erzählen.

Eines Tages reist auch die Radiomoderatorin Yui an diesen magischen Ort. Im Tsunami von 2011 hat sie ihre Mutter und ihre kleine Tochter verloren. Sie betritt diesen Garten, traut sich aber nicht, die Telefonzelle selbst zu betreten. Auf ihrer Reise lernt sie den Arzt Takeshi kennen, der ebenfalls einen schlimmen Schicksalsschlag zu verkraften hat. Die beiden freunden sich an und fahren künftig immer gemeinsam zu der Telefonzelle am Ende der Welt.

Ganz langsam schöpfen sie neue Hoffnung und neuen Mut, um ihr eigenes Leben wieder leben zu können. Doch dann nähert sich ein gewaltiger Wirbelsturm dem Garten und Yui beschließt, die Telefonzelle um jeden Preis zu retten. Hierbei gerät sie mitten in ein schreckliches Unwetter…
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Jessica Barry – Nachtflucht – Hinter dir der Tod

Inhalt

Zwei Frauen. Ein Killer. Zu viele Geheimnisse.
Eine nächtliche Fahrt durch die Wüste von New Mexico. Zwei Frauen in einem Auto, die sich nie zuvor begegnet sind. Beide haben Geheimnisse, die sie um jeden Preis bewahren wollen. Doch jetzt haben sie ein gemeinsames Ziel. Und einen gemeinsamen Verfolger. Denn jemand beobachtet sie. Jemand will sie töten. Aber welche der beiden hat der mysteriöse Unbekannte im Visier? Für die Frauen ist nur eines sicher: Wenn sie überleben wollen, müssen sie einander vertrauen. (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

„Nachtflucht“ entwickelt schon nach wenigen Seiten eine unwiderstehliche Sogwirkung: Der flüssige, atmosphärische Schreibstil lies mich sofort in die mysteriöse, unheilvolle Geschichte eintauchen. Die interessanten Charaktere und die grandiose Dramaturgie sind ebenfalls absolut mitreißend! Jessica Barry – Nachtflucht – Hinter dir der Tod weiterlesen

Lustiges Taschenbuch – Camping 1 (LTB Nebenreihe)

© 2021 Disney/Egmont Ehapa Media

Die Verlagsinfo:

Warum in die Ferne schweifen, das Ferienparadies liegt so nah! Und für Camping-Freunde ist es nahezu überall zu finden, wo man eben sein Zelt so aufstellen kann! Auch in Entenhausen ist der Trend zu Ferien an der frischen Luft längst angehommen. Und so geht es nicht nur für die Pfadfinder des Fähnlein Fieselschweifs raus in die Natur, auch Donald Duck und Co. schlagen in diesem Sommer ihre Zelte auf. Und dass das Abenteuer quasi vor der Tür wartet, beweisen die Camping-erprobten Comics in diesem Buch, die für die richtige Urlaubsstimmung sorgen. Damit beim Zelten auch wirklich alles glattläuft, gibt es noch viele tolle Tipps obendrauf, die jeder Camper parat haben sollte! Jetzt nur noch schnell die Heringe abgezählt und dann ab auf den Zeltplatz!

Mein Eindruck:

Was kommt nach „Stay at Home“? „Urlaub im eigenen Land“! Na ja, fast. Camping ist zwar auch schon vor der Corona-Pandemie immer beliebter geworden, aber derzeit gibts durch die Krise noch mal einen ordentlichen Schub. Der Trend geht aber eindeutig zum individuellen Erlebnis-Ausflug, nicht zum klassischen Campingplatzaufenthalt am Waldsee.

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Die drei ??? Kids – Die Delfin-Piraten (Folge 82)

Die Handlung:

Justus, Peter und Bob besuchen eine Auswilderungsstation für gefangene Delfine. Seit Kurzem verschwinden die schutzbedürftigen Tiere auf mysteriöse Weise immer wieder von dort.Stecken etwa fiese Diebe dahinter? (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Wer klaut denn Delfine? Möchte jemand seine eigene Delfin-Show aufziehen und bekommt (verständlicherweise) keine Tiere dafür? Aber, dieses Abenteuer heißt ja nicht „Delfin-Diebe“, sondern „Delfin-Piraten“ … sollen die Meeressäuger unter Wasser nach Schätzen tauchen?

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