Archiv der Kategorie: Historisches

Conn Iggulden – Sturmvogel (Die Rosenkriege 1)

England zwischen Bauernaufstand und Königssturz

Ein Königreich, zwei Familien, drei Jahrzehnte Krieg. England 1443: Der fromme König Henry VI. ist kränklich und unfähig zu regieren, das Königshaus gerät ins Wanken. Zudem droht ein Konflikt mit Frankreich (wo England umfangreiche Gebiete besitzt), der England in eine Katastrophe reißen könnte. Eine Heirat mit einer Französin soll einen dauerhaften Frieden sichern.

Die Vermählung Henrys mit der französischen Adeligen Margaret von Anjou, 14, soll die macht des Reiches sichern. Doch das Bündnis mit den verhassten Franzosen ruft unter den englischen Siedlern auf dem Kontinent eine Rebellion ins Leben: Die siegreichen Kämpfer von Azincourt wollen ihr Land nicht einfach so hergeben, Kämpfer wie der Bogenschütze Thomas Woodchurch.

Richard, der mächtige Herzog von York, sieht endlich seine Chance gekommen: Er nutzt den Hass auf den König, und zusammen mit seiner willensstarken Gemahlin Cecily of Neville beginnt er die Rosenkriege – York gegen Lancaster… (korrigierte, erweiterte Verlagsinfo)
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Mac P. Lorne – Die Pranken des Löwen (Ein Robin-Hood-Roman 1)

Robin Hood

Band 1: „Die Pranke des Löwen“
Band 2: Das Herz des Löwen (Juli 2018)
Band 3: Das Blut des Löwen (Septemer 2018)
Band 4: Das Banner des Löwen (Januar 2019)
Band 5: Der Sohn des Löwen (März 2019)

Eigentlich sollte dem jungen Soldaten Robert Fitzooth die rechte Hand abgeschlagen werden, weil er einen Vorgesetzten tätlich angegriffen hat. Doch diesmal hat der König, der aus Prinzip jeder Urteilsvollstreckung beiwohnt, auch seine Tochter mitgebracht, die erst achtjährige Matilda. Und die erzählt ihm zufällig, wie es tatsächlich zu dem Gerangel zwischen Sergeant und Soldat gekommen ist.
Ehe es sich der junge Mann versieht, ist er zum persönlichen Leibwächter der Prinzessin befördert und reist an ihrer Seite durch halb Europa …

„Die Pranken des Löwen“ ist der erste Band einer ganzen Reihe von Romanen über Robin Hood. Zunächst dreht sich die Geschichte aber um seinen Großvater Robert, erst nach gut der Hälfte des Buches taucht Robin zum ersten Mal auf. Mac P. Lorne – Die Pranken des Löwen (Ein Robin-Hood-Roman 1) weiterlesen

Saul David – Die größten Fehlschläge der Militärgeschichte

Vom Teutoburger Wald bis zur Operation Desert Storm

Von der Schlacht im Teutoburger Wald bis zur Operation Desert Storm gab es zahlreiche militärische Fehlschläge. Vielfach kam es dabei zu schweren Verlusten an Menschenleben, etwa durch die Niederlage in Stalingrad oder durch den Fall der britischen Festung Singapur. „Politiker und militärische Befehlshaber tragen in Kriegszeiten eine hohe Verantwortung – der kleinste Fehler kann fatale Konsequenzen haben.

Der Militärhistoriker Saul David hat 2000 Jahre Kriegsgeschichte untersucht und die Ursachen und Folgen von Fehlentscheidungen analysiert. (…) In diesem Band sind seine 30 Fallstudien versammelt, die Geschichtslektionen der anderen Art bereithalten. Sie zeigen auf eindringliche Weise auf, wie unberechenbar der menschliche Faktor gerade in der Kriegssituation bleibt, wo Inkompetenz, Eitelkeit oder Leichtsinn oft über Leben und Tod entscheiden.“ (bearbeitete Verlagsinfo)

Es ist kein Zufall, dass viele dieser Fehlentscheidungen in Filmen oder Romanen dramatisch verarbeitet wurden: Stalingrad, die Varus-Schlacht, El Alamein, Custers letztes Gefecht, der Angriff der Leichten Brigade und viele mehr.
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Bernard Cornwell – Der Flammenträger / The Flame Bearer (Uhtred 10)

Humorvoller Action-Thriller: Endspurt nach Bebbanburg

England im 10. Jahrhundert. Der große Krieger Uhtred ist dicht davor, seinen Stammsitz Bebbanburg zurückzuerobern, den ihm sein Onkel geraubt hat. Doch der Frieden in Northumbrien ist brüchig und Uhtred laviert sich zwischen den anrückenden Westsachsen und den einfallenden Schotten hindurch, um den fast schon christianisierten Dänen von York beizustehen – und doch sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Da begegnet er dem „verrückten Bischof“ und erkennt eine einzigartige Gelegenheit…
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Rudolph Wurlitzer – Zebulon

Nach einer Schießerei zwischen Leben und Tod schwebend, begibt sich Trapper, Räuber und Mörder Zebulon Shook auf eine unstete Odyssee durch einen nicht nur wilden, sondern völlig aus den Fugen geratenen, von Außenseitern und Getriebenen bevölkerten US-Westen … – Kein ‚richtiger‘, sondern ein ‚psychodelischer‘ Western, der Ort und Zeit einerseits aufleben lässt, um andererseits eine metaphysisch mehrdeutige Geschichte zu erzählen, die jeder Leser nach Herzenslust interpretieren darf: schräg und stimmungsvoll, schön übersetzt, zudem ‚künstlerisch‘ trivial genug, um ‚literarisch‘ gepolte Kritiker vor die Köpfe zu stoßen. Rudolph Wurlitzer – Zebulon weiterlesen

James Warner Bellah – Der Mann, der Liberty Valance erschoss

Senator Stoddard gilt als Held, der einst den berüchtigten Revolverhelden Liberty Valance im fairen Zweikampf tötete, Karriere machte und eine schöne Frau heiratete. Tatsächlich ist die schöne Geschichte eine Lüge, der Stoddard endlich ein Ende bereiten will … – Der scheinbar simple Western als tragische Dreiecksgeschichte und bissige Abrechnung mit dem schönen Schein einer glorifizierten Vergangenheit: auch als Roman zum klassischen Film von John Ford (1962) ein Vergnügen mit Widerhaken.
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Henning Boëtius – Phönix aus Asche

1937 explodiert das deutsche Luftschiff „Hindenburg“ am Himmel über Lakehurst in den USA. Noch Jahre später versucht einer der Überlebenden zu klären, wieso dies geschah; er entlarvt nicht nur die Urheber, sondern findet seine verschollene Liebe wieder … – Mischung aus Historien-Thriller und Liebesgeschichte, wobei die Verknüpfung nicht immer gelingt; auch aufgrund der persönlichen Verbindung des Verfassers zur „Hindenburg“-Historie – sein Vater steuerte das Luftschiff – entwickelt sich dennoch eine spannende, berührende Geschichte.
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Clifton Adams – Ein Grab in Texas

Rancher Frank Gault jagt den Mörder seiner Frau. Der wurde gerade beerdigt, aber Gaults Rachedurst und Misstrauen lassen ihn weiter nachforschen, wodurch er in ein ganz anderes Verbrechen verwickelt wird, dessen Nutznießer den lästigen Störenfried definitiv loswerden wollen … – Obwohl die Geschichte im „Wilden Westen“ spielt, ist sie eher ein Krimi. Die völlige Abwesenheit von Genre-Klischees und Sentimentalitäten sorgen zusammen mit beachtlichen Figurenzeichnungen für spannende, zeitlose Unterhaltung.
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Robert E. Howard – Die Geier von Wahpeton

Eine Gangsterbande, terrorisiert ein Wild-West-Städtchen. Der Sheriff heuert einen Revolverhelden an, der dem Treiben ein Ende bereiten soll. Dieser muss feststellen, dass sein Auftraggeber der Anführer der Bande ist … – Dass Robert E. Howard, der Schöpfer des Barbarenkriegers Conan, auch Western-Storys schrieb, ist hierzulande kaum bekannt. Das Ergebnis ist interessant, denn Howard macht zwischen Corcoran und Conan kaum einen Unterschied. „Im Schatten der Geier“ entwickelt sich dadurch zum Fantasy-Western und überrascht mit bizarren Einfällen.
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Loren D. Estleman – Buffalo Bill

Er führte ein Leben wie im Roman: William F. Cody, genannt „Buffalo Bill“, Viehtreiber, Meldereiter, Soldat, Büffeltöter, aber auch Lügenbold und Aufschneider, der den mythischen „Wilden Westen“ mit erschuf, ihn als Zirkusattraktion präparierte und schließlich überlebte … – Biografischer Roman, der auf Tatsachen basiert, diese aber kunstvoll ausschmückt; dennoch das gelungene Porträt eines ambivalenten Charakters, der bei allem persönlichen Mut fast zwanghaft die Lüge stets der Wahrheit vorzog. Loren D. Estleman – Buffalo Bill weiterlesen

Mac P. Lorne – Der Herr der Bogenschützen

Die Handlung:

Vom enteigneten Sohn eines Verschwörers zum Kommandanten der englischen Langbogenschützen: John Holland, der spätere Duke of Exeter, ist eine schillernde Figur im 100-jährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Mac P. Lorne lässt uns seine Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen ebenso hautnah miterleben wie seine Kriegsgefangenschaft und sein mehrfaches Aufeinandertreffen mit einer verblendeten und fanatischen jungen Frau, die einmal als Jeanne d’Arc in die Geschichte eingehen soll und der es gelingt, einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen zu lassen – und deren Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen er am Ende nicht verhindern kann, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird … (Verlagsinfo)

Mein Eindruck:

Der Herr der Bogenschützen? Das war doch Robin Hood oder? Äh, eher nicht so, nein. Während Robin Hood historisch nie als wirklich lebende Person ermittelt werden konnte, gabs den in diesem Roman beschriebenen John Holland (1. Duke of Exeter und 1. Earl of Huntigdon … so viel Zeit muss sein) und sein Leben wirklich.

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Alistair MacLean – Nevada Pass

Im Wilden Westen des Winters 1873 soll Militär ein durch Krankheit entvölkertes Grenzfort entsetzen. Indianer, Desperados und Saboteure versuchen alles, um den Zug, mit dem die Soldaten fahren, vor der Überquerung des Nevada-Passes in ihre Gewalt zu bringen … – Seltene Mischung aus Western und Thriller: eine Art actionbetonte Version von Agatha Christies „Mord im Orientexpress“, die dem Konflikt zwischen Gut und Böse noch den Kampf gegen eine lebensfeindliche Natur hinzufügt; handwerklich solide, spannend und immer noch lesenswert.
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Heidi Rehn – Das Haus der schönen Dinge

Glanz und Elend einer Kaufhausdynastie

Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich Bayrischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Das von ihm begründete Kaufhaus Hirschvogl am Rindermarkt bedeutet für ihn die Verwirklichung eines Lebenstraums. In den „Goldenen Zwanzigern“ folgt ihm Tochter Lily mit ebenso großer Begeisterung in der Leitung des Hauses nach – zunächst mit Erfolg, doch dann muss sie erleben, wie sich ihre Heimat Anfang der 30er Jahre plötzlich gegen sie wendet…

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Bernard Cornwell – Das Fort


Das Pearl Harbor des 18. Jahrhunderts

Sie segelten unter der Flagge der Freiheit. Sommer 1779: Der Kampf um die Unabhängigkeit der USA von der britischen Krone hat sich in den Süden verlagert. Da nutzt eine britische Infanterieeinheit die Gunst der Stunde: Die Rotröcke segeln in drei Kriegsschaluppen zur nebligen Küste Neuenglands, um dort auf einer Landzunge ein Fort zu errichten – den weit über das Meer sichtbaren Machtanspruch der Krone. Eine Kriegserklärung an die junge Regierung der USA! Als Antwort schicken sie eine riesige Kriegsflotte und mehr als tausend Infanteristen, um die Eindringlinge zu vertreiben. Doch zum Sieg gehört mehr als nur ein großes Heer; zum Sieg gehören ein Plan und Männer, die das Handwerk des Krieges beherrschen …(Verlagsinfo)

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Antonia Hodgson – Der Galgenvogel

Pechvogel Tom Hawkins wird im London des Jahres 1728 erst des Mordes an einem streitsüchtigen Nachbarn bezichtigt, gerät dann in den Bannkreis der intriganten Königin Caroline, bringt einen mächtigen Diebesfürsten gegen sich auf und soll schließlich als unerwünschter Zeuge am Galgen baumeln … – Wie er sich diesem Schicksal nicht nur stellt, sondern trickreich um sein Leben kämpft, schildert Autorin Hodgson dicht, spannend und wendungsreich im zweiten Band ihrer Hawkins-Serie, die abermals ‚historische‘ Stimmung nicht durch Informations-Overkill herbeizwingen will, sondern Fakten handlungsgerichtet einfließen lässt.
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Ulrike Renk – Das Lied der Störche

Die Handlung:

Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fählt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt …
(Verlagsinfo)

Inhalt und Eindrücke:

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Elmore Leonard – Cuba Libre

Ein naiver US-Cowboy gerät 1898 auf der Insel Kuba in die Wirren des dortigen Bürgerkriegs. Er verliebt sich in eine Freiheitskämpferin, legt sich mit der spanischen Kolonialmacht an und fädelt einen lukrativen Betrug ein. Als die USA Spanien den Krieg erklären und auf Kuba einmarschieren, geraten alle Pläne ins Schwimmen … – Autor Leonard zieht alle Register (und bedient sich zahlreicher Klischees), um eine rasante Abenteuergeschichte vor realem historischem Hintergrund zu erzählen: Lesefutter.
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Donald Ray Pollock – Die himmlische Tafel

Drei Brüder versuchen sich 1917 im US-Hinterland als Räuber. Nicht ihr kriminelles Geschick, sondern die Unfähigkeit ihrer Verfolger sichert ihnen die Freiheit, während die Presse sie zu Bestien hochstilisiert. Die blutige Spur der Brüder wird ständig breiter, bis ihre Laufbahn einen kläglichen Höhepunkt erlebt … – Autor Pollock erzählt einerseits deprimierend dicht vom alltäglichen Elend in der tiefsten Provinz, um seine Geschichte andererseits durch knochentrockenen, rabenschwarzen Humor nicht nur zu würzen, sondern auch ihre Absurditäten herauszustellen: ein bemerkenswerter Roman!
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Clifton Adams – Die Stunde des Todes

adams-stunde-des-todes-cover-kleinEx-Marshal Toller hat geheiratet und ist Farmer geworden. Als die Bank- und Eisenbahnräuber-Brüder Brunner das County terrorisieren, zwingt man ihn gegen seinen Willen zurück in den Dienst, obwohl die Chancen denkbar schlecht stehen … – Die nicht nur im Western-Genre beliebte Geschichte vom tapferen Mann, den sein Pflichtbewusstsein wider alle Vernunft zum Handeln zwingt, wird routiniert, ohne Pathos und spannend erzählt, wobei der Verfasser weder ein Heldenlied singt noch sich auf simple Schwarz-Weiß-Zeichnung beschränkt: schmackhaft abgehangene Lektürekost.
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Frederick Busch – Der Nachtinspektor

busch-nachtinspektor-cover-2002-kleinEin abgehalfterter Schriftsteller und ein entstellter Ex-Scharfschütze tun sich im New York des Jahres 1867 zusammen, um einer Bande von Sklavenhändlern das Handwerk zu legen … – Kein ‚normaler‘, mit publikumswirksamen Klischees unterfütterter Historienkrimi, sondern das Psychogramm einer Gesellschaft im Umbruch. Mit enormem Geschick erzeugt Frederick Busch einen Sog, dem sich der Leser nicht entziehen kann, obwohl er es vielleicht möchte, denn diese Geschichte hat kein Happy-End.
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